Sicherheit und Kriminalität in Deutschland – SKiD 2024
Die Studie "Sicherheit und Kriminalität in Deutschland" (SKiD) ist eine repräsentative Bevölkerungsumfrage des Bundeskriminalamts und der Polizeien der Länder und wurde bisher in zwei Erhebungswellen - 2020 und 2024 - durchgeführt. Es ging darum, wie oft die Befragten in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Straftaten wurden. Außerdem wurden Fragen zum Anzeigeverhalten und zum allgemeinen Sicherheitsgefühl gestellt
Ausgewählte Ergebnisse SKiD 2024
Gewaltdelikte
- 1,4 % der Bevölkerung erlebte in den letzten 12 Monaten Partnerschaftsgewalt, wobei Frauen (2,0 %) häufiger betroffen waren als Männer (0,8 %).
- 11,2 % der Frauen erlebte sexuelle Belästigung (und 2,9% der Männer)
- 0,6% der Frauen erlebten erzwungene sexuelle Handlungen bzw. eine Vergewaltigung (Männer: 0,1%)
- 11,9 % der Bevölkerung erlebte mindestens eine vorurteilsgeleitete Gewalttat. Die häufigsten Gründe für vorurteilsgeleitete Gewalt waren ein anderes Ge-schlecht als der Täter oder die Täterin (4,6 %), eine andere politische Einstellung (3,2 %) und die Zugehörigkeit zu einer anderen ethnischen Gruppe (3,1 %).
- Gewaltandrohungen sowohl online als auch offline haben zwischen 2020 und 2024 signifikant zugenommen.
Anzeigequoten
- Die Anzeigequoten (Anteil der Taten, die der Polizei bekannt werden) sind niedrig, bei sexueller Belästigung liegen sie bei unter 3%, bei „Vergewaltigung, Zwang zu sexuellen Handlungen“ bei 6,2 % (aufgrund abweichender Erhebung ist kein direkter Vergleich mit der Erhebungswelle 2020 möglich, 2020 lag die Anzeigequote bei „Sexueller Missbrauch oder Vergewaltigung“ bei 9,5%)
- Für Partnerschaftsgewalt wurden folgende Anzeigequoten gefunden: 14,2 % bei körperlichem Angriff mit einer Waffe (Messer, Flasche, Stock etc.), 7,6 % bei körperlichen Angriffen ohne Waffe, 5,6 % bei Androhung von Gewalt und 0,6 % bei Vergewaltigung oder Zwang zu sexuellen Handlungen.
Sicherheitsempfinden und Kriminalitätsfurcht
- Frauen fühlen sich in fast allen Situationen und zu jeder Tageszeit weniger sicher als Männer und ergreifen deutlich häufiger Vorsichtsmaßnahmen, um sich zu schützen
- Über 40 % der Frauen vermeiden, nachts das Haus zu verlassen (Männer: 16 %). Fast 60 % aller Frauen weichen nachts fremden Personen aus (Männer: 25,7 %) und fast die Hälfte aller Frauen vermeiden es, nachts den öffentlichen Nahverkehr zu benutzen (Männer 23 %)
Quelle