Digitale Gewalt ist ein Sammelbegriff für verschiedene Formen geschlechtsspezifischer Gewalt. Gemeint sind Gewalthandlungen, die sich technischer Hilfsmittel und digitaler Medien (Handy, Apps, Internetanwendungen, Mails etc.) bedienen und Gewalt, die im digitalen Raum, z.B. auf Online-Portalen oder sozialen Plattformen stattfindet. Wir gehen davon aus, dass digitale Gewalt nicht getrennt von „analoger Gewalt“ funktioniert, sondern meist eine Fortsetzung oder Ergänzung von Gewaltverhältnissen und -dynamiken darstellt.

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bff: aktiv gegen digitale Gewalt

Mit diesem Projekt setzt sich der bff gegen geschlechtsspezifische digitale Gewalt ein. Das Projekt wurde von 2017-2021 vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) finanziert.

Der bff und seine Mitgliedseinrichtungen arbeiten bereits seit mehreren Jahren zum Themenkomplex digitale Gewalt. Mit einem eigenständigen Projekt wird diese Expertise genutzt, um digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt entgegenzutreten.

InterAktion: Interdisziplinäre Aktionspartnerschaften gegen digitale geschlechtsspezifische Gewalt

Das Projekt InterAktion des bff dient dazu, eine Leerstelle in der Versorgung Betroffener von digitaler geschlechtsspezifischer Gewalt zu füllen. Bestehende Organisationen des ambulanten Unterstützungssystems, d.h. Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe die im bff organisiert sind, werden dafür mit ortsnahen IT-Fachleuten vernetzt, um in anspruchsvollen Fällen digitaler Gewalt alle notwendigen Maßnahmen durchzuführen, um die Gewalt zu beenden.

Zunächst wird diese Kooperation mit zwei Modellstandorten erprobt. Ziel ist, IT-Fachleute zu finden, die bereit sind sich Wissen über geschlechtsspezifische Gewalt, Traumatisierung und die entsprechenden Unterstützungsstrukturen anzueignen. Diese können dann von der Beratungsstelle angesprochen werden, wenn z.B. bei einer Klientin Verdacht auf Stalkerware besteht, oder andere Fälle, die tiefergehendes Wissen bezüglich IT-Geräten und digitalen Medien erfordern.

Im Rahmen des Projekts soll bereits eine erste Betroffenen-Beratung durch die IT-Fachleute durchgeführt werden, beabsichtigt ist aber auch, dass die Kooperation nach der Projektlaufzeit weitergeführt wird. Die Ergebnisse und Erkenntnisse werden dokumentiert und am Ende in Form eines Whitepapers veröffentlicht.

Gefördert wird InterAktion durch das BMFSFJ im Rahmen des Bundesinnovationsprogramms "Gemeinsam gegen Gewalt an Frauen".