Sexueller Missbrauch

Wie können Betroffene sich selbst helfen?

Der Weg, den Betroffene einschlagen, um mit dem Missbrauch umzugehen und ihn zu bewältigen kann sehr unterschiedlich sein und sollte vor allem von ihren eigenen Gefühlen, Wünschen und persönlichen Möglichkeiten abhängig sein.

Eine erste Entlastung und Unterstützung für viele Betroffene ist es, mit einer Vertrauensperson (z.B. Freundin) über den Missbrauch zu sprechen. Manche tun dies relativ bald nach Beendigung der Missbrauchshandlungen, andere erst nach Jahren.

Vielen betroffenen Mädchen und Frauen hilft der Kontakt zu Frauen, die ähnliche Erfahrungen machen mussten, z.B. in einer Selbsthilfegruppe. In vielen Orten bieten Frauennotrufe Selbsthilfegruppen an.

Das Aufsuchen einer Fachberatungsstelle (z.B. Frauennotruf) kann ein wichtiger Schritt bei der Suche nach dem individuell geeigneten Weg zur Verarbeitung der Gewalterfahrungen sein. Frauennotrufe bieten kostenlose Beratung und z.T. Therapie, sie vermitteln Adressen von erfahrenen Ärztinnen, Therapeutinnen, Rechtsanwältinnen usw.

Viele betroffene Mädchen und Frauen machen eine Psychotherapie zur Bewältigung des Missbrauchs. Wichtig ist es, eine erfahrene Therapeutin  zu suchen, die sich mit dem Thema Missbrauch gut auskennt und bei der sich die Frau bzw. das Mädchen gut aufgehoben fühlt.

Eine juristische Gegenwehr, in Form eines Strafverfahrens,  kann eine schwere Belastung darstellen, andererseits jedoch auch einen erheblichen Schritt in der Bewältigung des erlebten Missbrauches bedeuten und letztendlich positive Auswirkungen auf das Kind, die Jugendliche oder Frau haben. Bestehen Zweifel, kann eine Beratung hilfreich sein, um eine sinnvolle Entscheidung für oder gegen eine Strafanzeige treffen zu können.