Gewalt gegen Frauen

Was ist das?

Frauen werden Opfer von Gewalt aufgrund ihres Geschlechts.
Gewalt gegen Frauen ist Ausdruck eines Macht-Ungleichgewichtes zwischen den Geschlechtern.

Das Recht auf ein Leben frei von Gewalt für Frauen und Mädchen ist ein Menschenrecht. Die Realität sieht anders aus, überall und auch in Deutschland.

Gewalt gegen Frauen hat viele Erscheinungsformen. Sie beginnt mit der „alltäglichen Anmache“, mit frauenfeindlicher Sprache, Witzen und Beschimpfungen. Wohl jede Frau kennt dies und schätzt das nicht einmal als Gewalt ein, weil es eben „alltäglich“ erscheint.

Auch wo Frauen in ihrer persönlichen Freiheit eingeschränkt werden, wenn sie bestimmte Orte, Wege oder Situationen meiden müssen, um Belästigungen oder Bedrohungen zu entgehen, handelt es sich um eine Form von Gewalt. Frauen erleben auch Gewalt und Diskriminierungen in Form von Rassismus, Behindertenfeindlichkeit, Homophobie oder Trans*phobie, z. B. auf der Straße, aber auch in Behörden und Institutionen.

Direkte Erscheinungsformen von Gewalt gegen Frauen sind z.B.: sexuelle Belästigung, Demütigung, Beleidigung, Prügel, Bedrohung, soziale Kontrolle, sexuelle Nötigung, Stalking, Vergewaltigung.

Die Betroffenen kommen aus allen sozialen Schichten mit unterschiedlichsten Bildungsniveaus und kulturellen Hintergründen. Mit Gewalt konfrontierte Frauen passen in keine Schublade.

Gewalt gegen Frauen wird in den allermeisten Fällen von Männern verübt, dies gilt nicht nur für die sexuelle, sondern auch für die körperliche und psychische Gewalt. Täter sind Partner, Expartner, Ehemänner, Väter, Brüder und Kollegen. Die meisten Übergriffe finden dort statt, wo Mädchen und Frauen sich eigentlich sicher fühlen sollten – etwa in der eigenen Wohnung oder vertrauter Umgebung. Typische „Angst-Orte“ von Frauen wie Parks oder dunkle Straßen sind im Vergleich zur eigenen Wohnung seltener der Tatort – wobei es auch hier zu Übergriffen und Vergewaltigungen kommt.

Die meiste Gewalt gegen Frauen wird von Beziehungspartnern oder Expartnern ausgeübt. Besonders gefährdet sind laut wissenschaftlicher Erkenntnisse Frauen, die sich von ihrem Partner trennen oder scheiden lassen (wollen) sowie Frauen, die bereits in ihrer Kindheit Gewalt erlitten haben.