Trauma

Was ist das?

Ein Trauma ist ein extrem belastendes Erlebnis, das von der Seele und dem Körper nicht mit den „normalen“ Mechanismen bewältigt werden kann. Es hinterlässt eine tiefe psychische Verletzung.

Traumata können durch sogenannte höhere Umstände wie Unfälle, Naturkatastrophen oder lebensbedrohliche Krankheiten verursacht werden. Deutlich häufiger sind jedoch Traumata Folge davon, wenn Menschen Gewalt gegen andere Menschen ausüben, etwa bei Krieg, Folter, Vertreibung, Gewalt in der Familie oder sexualisierter Gewalt.

Oft wird ein traumatisches Ereignis als (lebens-)bedrohlich erlebt und von Gefühlen massiver Angst, Verzweiflung, Hilflosigkeit und Auslieferung begleitet. In einer Traumasituation muss der Mensch auf spezielle Überlebensstrategien zurückgreifen, da er die Situation weder durch Flucht noch durch Angriff bewältigen kann. Eine zentrale Notfall-Reaktion ist dabei die Dissoziation, der „Totstellreflex“ – die betroffene Person flüchtet nach innen und erstarrt dabei nach außen und spaltet sich gleichsam von der überwältigenden Erfahrung ab.

Entsprechend entwickelt die Seele in einer Traumasituation automatische Schutzmechanismen, die für Außenstehende oder sogar die Betroffenen selbst schwer verständlich sein können. Manche Menschen erleben die Situation als unwirklich oder beobachten sich wie von außen; wichtige Ausschnitte können bisweilen gar nicht erinnert werden. Viele erleben einen Zustand größter Verwirrung und zweifeln an ihrer eigenen Wahrnehmung. Dabei stellt es meist eine besondere Belastung dar, wenn der Täter oder die Täterin eine vertraute Person ist.

Für Frauen gehört (sexualisierte) Gewalt zu den schwersten Übergriffen, die sie erleben können. Das Erlebnis wird als hochgradig demütigend, erniedrigend und die eigene Integrität verletzend erlebt. Das Vertrauen in andere Menschen, sich selbst und den eigenen Körper kann umfassend erschüttert werden. Deswegen kann es sehr schwierig sein, diese Erfahrungen zu verarbeiten und sich davon zu erholen.