Suse - sicher und selbstbestimmt

Projektschritte und Maßnahmen

Das mangelnde Wissen und die unzureichende Vernetzung verhindert oft eine schnelle und passgenaue Unterstützung. Fachkräfte vor Ort müssen voneinander wissen und ihre Kräfte bündeln. Nur wenn man sich kennt, kann man auch niedrigschwellig in Kontakt treten und vorhandene Ressourcen und Synergien nutzen. Deswegen will Suse regionale Kompetenz-Netzwerke anstoßen und begleiten, damit die Hilfen besser ineinandergreifen und betroffene Frauen schneller Hilfe bekommen.

Die Idee

In fünf Modellregionen will Suse langfristige und verbindliche Kooperationen zwischen Akteur/innen vor Ort anschieben und begleiten. Das können zum Beispiel Beratungsstellen und Selbsthilfeorganisationen behinderter Menschen sein, Expertinnen mit Behinderungen, Mitarbeiter/innen in der Behindertenhilfe, Frauen- und Behindertenbeauftragte, die Polizei, Ärzt/innen, Anwält/innen und Selbstbehauptungstrainerinnen. Die bff-Fachberatungsstellen spielen in den Netzwerken eine besondere Rolle: Sie sollen der Motor der Netzwerke sein und als Ansprechstellen die Netzwerkarbeit wesentlich mit koordinieren.

Die bff-Fachberatungsstellen in den Modellregionen sind die folgenden:

Die nächsten Schritte

Damit das gut funktioniert leistet Suse Aufbauhilfe: Mit jeweils einem regionalen Fachtag will Suse lokale Interessierte und Stellen zusammenbringen, Impulse für die Arbeit geben und helfen, Verbindlichkeit in den regionalen Kooperation herzustellen. Den Fachberatungsstellen wird Suse zur Seite stehen bei allen Fragen rund um das Thema Gewalt gegen Frauen mit Behinderung, Lobby- und Öffentlichkeitsarbeit, und wird tatkräftig helfen, regionale Kooperationspartner/innen zu finden.

Über die Regionen hinaus können sich die Netzwerkteilnehmerinnen regelmäßig in der Suse-NetzWerkstatt austauschen und vernetzen. Die NetzWerkstatt mit insgesamt fünfzehn Teilnehmer/innen soll zwei Mal jährlich über die Arbeit in den Regionen beraten und sie begleiten, Erfolge und Schwachstellen analysieren und dokumentieren. Akteur/innen aus allen Modellregionen sollen dabei sein.

Dokumentation

Dokumentiert werden sollen viele verschiedene Anlaufstellen und Adressen von Aktiven rund um das Thema Gewalt und Behinderung. Wo man eine gute Therapeutin vor Ort bekommt, wie man eine Gebärdendolmetscherin für die Beratung finden oder einen Empowermentkurs für Frauen mit Lernschwierigkeiten organisieren kann – all das und mehr soll auf der Suse-Onlineplattform einfach und barrierefrei recherchierbar sein. Dazu wird im Verlauf des Projekts eine Adress-Datenbank erstellt und alle Materialien des Suse-Projekts zum Download bereit gestellt.

Die Suse-Onlineplattform www.suse-hilft.de wurde im August 2015 freigeschaltet.

Zusammen mit einer Gesamtdokumentation der Arbeit von Suse werden die Ergebnisse eingehen in ein “Best-Practice-Handbuch” für den Aufbau erfolgreicher regionaler Vernetzungen im Bereich Beratung gewaltbetroffener behinderter Frauen und Mädchen. So können auch andere Fachberatungsstellen und Akteure in und außerhalb des bff von den Erfahrungen und der guten Praxis der Suse-Netzwerke profitieren.

 

Suses Zukunftspläne

Nicht zuletzt will Suse weiter informieren und aufklären. Deshalb wird Suse Teil der deutschlandweit ersten inklusiven Anti-Gewaltkampagne, die der bff plant. Denn nicht nur vielen Frauen mit Behinderung fehlen Informationen über Gewalt und wo es Beratungs- und Anlaufstellen gibt. Suse wird ein wichtiger Teil dieser Kampagne sein – es soll bewusst keine “Sonderkampagne” zum Thema Gewalt gegen Frauen mit Behinderung geben.

So sollen wichtige Informationen zum Thema Gewalt behinderte Frauen auch selbst erreichen und das Thema aus der Tabuzone geholt werden – mit barrierefreien Materialien, Internet-Video-Spots und “Social-Media”-Angeboten. Denn das zu Beginn erwähnte Zitat aus Bielefelder Studie zeigt: Gewalt ist für viele Frauen mit Behinderungen alltäglicher, unhinterfragter Teil ihres Lebens. Dabei sehen viele das, was ihnen passiert, nicht als Gewalt an. Die Scham, sich mitzuteilen und die Angst vor möglichen Folgen sind groß. Und noch immer fehlt vielen betroffenen Frauen und Mädchen das Wissen darüber, wo es Hilfe gibt und wie sie sich stärken und wehren können. Das wollen wir mit Suse ändern.