Tipps für Medienvertreter_innen zur Berichterstattung und zum Umgang mit Betroffenen geschlechtsspezifischer Gewalt

Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen (darunter sexualisierte, häusliche oder psychische Gewalt) fand lange Zeit in der öffentlichen Berichterstattung wenig Beachtung. In den 1970er Jahren war Gewalt gegen Frauen und Mädchen noch ein Tabu-Thema. Dass das heute anders ist, ist dem Mut vieler zu verdanken, die hartnäckig immer wieder auf das Thema aufmerksam gemacht haben.

Ein aktuelles Beispiel ist auch die #metoo-Bewegung: Weltweit haben sich Frauen, aber auch Männer geäußert und getraut ihre Gewalterfahrungen öffentlich zu machen. Es ist auch vielen Journalist_innen zu verdanken, die bisher über das Thema Gewalt gegen Frauen und Mädchen berichten– und zwar ausdauernd und mit einer differenzierten Haltung.  

Welche positiven Auswirkungen hat eine gelungene Berichterstattung auf Betroffene von Gewalt?

  • Medienschaffende machen auf das Problem der hohen Gewaltbetroffenheit von Frauen aufmerksam und können mit der Sichtbarmachung von Gewalt zur Prävention beitragen.
  • Betroffene erfahren, dass sie mit dem, was sie erlebt haben, nicht alleine sind.
  • Betroffene von Gewalt erhalten durch die Berichterstattung Informationen und werden aufgeklärt, beispielsweise über Hilfsmöglichkeiten. Viele Fachberatungsstellen verzeichnen bei einer größeren medialen Präsenz des Themas steigende Kontaktaufnahmen durch Betroffene.