Panel 1: Traumatisierung und Gesellschaft

Das erste Panel hatte den Titel: "Traumatisierung und Gesellschaft". Zusammenensetzung des Panels:

Prof. Dr. Barbara Kavemann mit dem Vortrag "Vergessen und Erinnern – Sprechen und Schweigen"

Prof. Dr. Ariane Brenssell mit "Trauma politisch verstehen – Herausforderungen an eine emanzipatorische Traumaarbeit".

Vortrag: Vergessen und Erinnern – Sprechen und Schweigen

Für das oft sehr lange Schweigen von Betroffenen nach dem Erleben sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend gibt es unterschiedliche Motive. Im Vortrag werden sie vorgestellt und die Offenlegung des Gewalterlebens als ein prozesshaftes, interaktives Geschehen präsentiert. Psychische, somatische und soziale Folgen dieser traumatischen Widerfahrnisse werden systematisch in sechs Sequenzen beschrieben. Dargestellt werden die Ambivalenz von – fragmentarischem – Erinnern, Verdrängen, Schweigen und Sprechen sowie die Relevanz der individuellen wie der gesellschaftlichen Reaktion und die Bedeutung gesellschaftlicher Anerkennung und Aufarbeitung.

Prof. Dr. Barbara Kavemann, Dipl. Soziologin, Wissenschaftliche Mitarbeiterin des Sozialwissenschaftlichen FrauenForschungsInstituts Freiburg und Honorarprofessorin an der Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin.

Vortrag: Trauma politisch verstehen – Herausforderungen an eine emanzipatorische Traumaarbeit.

Der Vortrag skizziert aktuelle Entwicklungen, die eine Entpolitisierung der Traumadebatte vorantreiben und argumentiert für eine gesellschaftlich kontextualisierte, emanzipatorische Traumaarbeit.

Prof. Dr. Ariane Brenssell (Ostfalia Hochschule Braunschweig/Wolfenbüttel)