Aktiv gegen digitale Gewalt: bff startet neues Projekt

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe setzt sich mit einem neuen Projekt gegen Gewalt an Frauen im digitalen Zeitalter ein.

Schon seit mehreren Jahren nehmen der bff und seine bundesweit 175 Mitgliedseinrichtungen einen Anstieg an Beratungsanfragen zu digitalen Gewaltformen gegen Frauen und Mädchen wahr. Die Fachberatungsstellen berichten, dass sich vor allem Betroffene an sie wenden, die digitale Gewalt durch ihnen bekannte Personen erfahren. Häufig sind es Partner oder ehemalige Partner, die digitale Medien nutzen, um zu bedrohen, nachzustellen oder Betroffene mit der Veröffentlichung intimer Bilder bloßzustellen und zu nötigen. 

Hasskommentare und Shitstorms durch meist anonyme Täter_innen sind zwar zunehmend im Blickpunkt von Politik und Gesellschaft, die spezifische Betroffenheit von Frauen wird aber bei allen Formen digitaler Gewalt vernachlässigt.

„Gewalt mittels digitaler Medien ist ein relativ neues Phänomen. Letztendlich ist sie aber die Fortsetzung von Gewalt und Diskriminierung, die schon im realen Raum existiert. Auch im Netz und in der Nutzung von Medien spiegeln sich gesellschaftliche Machtverhältnisse wider. Dass die Bedrohung dabei kontinuierlich aufrechterhalten werden kann, ohne dass es einen Rückzugsraum gibt, kann eine besondere Belastung sein“ erläutert Anna Hartmann, Projektreferentin im bff.  Mit dem Projekt „Aktiv gegen digitale Gewalt“ will der bff nicht nur die Öffentlichkeit und Fachkräfte sensibilisieren und informieren, sondern auch die Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene weiter verbessern. „Frauen sind besonders häufig von digitalen Angriffen betroffen. Wenn Nutzer_innen in Bezug auf mehrere Aspekte diskriminiert werden, wie zum Beispiel Migrant_innen oder LGBT*IQ, können sich die Angriffe potenzieren. Auch das gilt es zu berücksichtigen “ ergänzt Silvia Zenzen vom bff.

Das Projekt ist zum Januar 2017 gestartet und wird vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend  (BMFSFJ) finanziert. Innerhalb der zweijährigen Projektlaufzeit sollen diverse Vorhaben realisiert werden. Anna Hartmann zu den Projektzielen: „Digitaler Gewalt wurde bisher zu wenig Beachtung geschenkt, sodass wir erst einmal grundlegende Informationen zur Verfügung stellen und eine Vernetzungsstruktur aufbauen wollen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedseinrichtungen wollen wir außerdem herausfinden, welche besonderen Bedarfe sich in der Beratung zu digitaler Gewalt zeigen.“

Im Rahmen des Projektes ist ein breiter Austausch mit Fachpersonen geplant. Darauf aufbauend sollen Fortbildungen für Fachberatungsstellen konzipiert und durchgeführt werden. Auch rechtliche Fragen, zum Beispiel zur Strafbarkeit einzelner Delikte, sollen geklärt werden.

Der bff arbeitet bereits seit mehreren Jahren zum Themenkomplex digitale Gewalt. Mit einem eigenständigen Projekt kann diese Expertise nun genutzt werden, um Cybergewalt effektiv und unter einem genderspezifischen Blickwinkel entgegenzutreten.

V.i.S.d.P: Anna Hartmann/ bff

Der bff ist der Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe. Er leistet Aufklärung, Sensibilisierung, Fortbildung und Politikberatung zum Thema Gewalt gegen Frauen und vertritt mehr als 170 ambulante Fachberatungsstellen aus dem gesamten Bundesgebiet, die u.a. zu den Themen: häusliche Gewalt, sexualisierte Gewalt, psychische Gewalt, Stalking und digitale Gewalt beraten.

Kontakt: presse@bv-bff.dedigitaleGewalt@bv-bff.de Telefon: 030-32299500, www.frauen-gegen-gewalt.de/bff-aktiv-gegen-digitale-gewalt.html Twitter: @bff_gegenGewalt

Zurück