Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz

Mythen/Tatsachen/Zahlen

Eine Sonderauswertung der repräsentativen Studie des Bundesfrauenministeriums zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen aus 2004 besagt, dass ein Viertel aller befragten Frauen (24,5%) zwischen 16 und 65 Jahren angaben, von sexueller Belästigung in Arbeit, Schule und Ausbildung mindestens einmal im Leben betroffen gewesen zu sein – 8% sogar häufig. 11% der Befragten nannten Arbeitskollegen, 6% Vorgesetzte, 5% Kunden oder Patienten.

Belästigung kann prinzipiell jede Frau treffen, ganz unabhängig von ihrem Aussehen, ihrem Verhalten, ihrem Alter, Familienstand oder ihrer beruflichen Situation.

Tendenziell zeigt sich aber, dass besonders Frauen und Mädchen in der Ausbildung, in niedrigeren beruflichen Positionen, in ungesicherten Arbeitsverhältnissen, mit kurzer Betriebszugehörigkeit oder ohne festes Beziehungsgefüge innerhalb des Betriebes besonders gefährdet sind. Es werden also gezielt Opfer ausgesucht, die wenig Unterstützung haben, sich im Abhängigkeitsverhältnis befinden und die viel zu verlieren haben.

Das bedeutet keinesfalls, dass nicht auch Frauen, die am Arbeitsplatz selbstbewusst auftreten, in gefestigten beruflichen Bezügen stehen, belästigt werden. Frauen, die zu direkten Konkurrentinnen von Männern werden, werden sexuell belästigt, um sie „in ihre Schranken zu verweisen“.