Sexuelle Übergriffe und Machtmissbrauch in Therapie und Beratung

Mythen und Tatsachen

Schätzungen der Dunkelziffer gehen davon aus, dass bis zu einem Drittel der Therapeut/-innen  in ihrer Berufspraxis mindestens einmal sexuelle Kontakte mit ihren Klient/innen hatten.

Missbrauch in Therapien und Beratungen ist keine Seltenheit: Verschiedene Untersuchungen zum sexuellen Missbrauch in Therapien kommen im Durchschnitt zu dem Ergebnis, dass etwa 10 % der Therapeut/-innen zumindest einmal in ihrer Berufslaufbahn sexuelle Kontakte mit Klient/innen haben. Schätzungen der Dunkelziffer liegen bei 20% bis 30%.

 Zudem weisen die Studien übereinstimmend darauf hin, dass sexueller Missbrauch in Therapien in großer Mehrzahl durch zumeist gut ausgebildete, erfahrene männliche Therapeuten als Wiederholungstat an Mädchen und Frauen verübt wird. Missbrauch durch Therapeutinnen ist zwar deutlich seltener, unterscheidet sich aber nicht hinsichtlich des Ausnutzens von Abhängigkeit und der Folgen für die betroffenen Frauen oder Männer.

Trotz bestehender Gefahren eines Missbrauchs in Therapien und Beratungen soll kein generelles Misstrauen gegen Psychotherapien und Beratungen oder gegen männliche Therapeuten geschürt werden: Es gibt sehr viele kompetente und gewissenhafte Therapeutinnen und Therapeuten und Betroffenesollten sich ihr Recht auf Therapie nicht durch das Risiko eines Missbrauches nehmen lassen! Information kann helfen, ein Risiko wahrzunehmen und einzuschränken. Sie kann auch helfen, bestehenden Missbrauch zu erkennen und zu beenden oder Möglichkeiten zu finden, gegen missbrauchende Therapeut/-innen vorzugehen.