Mitbetroffene Kinder

Folgen

Das direkte oder indirekte Miterleben der Gewalt bleibt für die Kinder nie ohne Auswirkungen. Jedoch hat das Miterleben selbstverständlich nicht bei allen Kindern dieselben Folgen. Die akuten Auswirkungen können unspezifisch sein wie Schlafstörungen, Schulschwierigkeiten, Entwicklungsverzögerungen, Aggressivität und/oder Ängstlichkeit. Es hat sich gezeigt, dass insbesondere Verhaltensstörungen und emotionale Probleme, eine negative Beeinflussung kognitiver Fähigkeiten und Langzeit-Auswirkungen auf die Entwicklung als Folge des Miterlebens der Gewalttätigkeiten auftreten können. Ein Forschungsüberblick über die Beeinträchtigungen kindlicher Entwicklung durch häusliche Gewalt findet sich in der Übersicht von Heinz Kindler (siehe unter weitere Informationen).

Die Schwere der Folgen hängt von einer Vielzahl weiterer Faktoren ab. Die Folgen sind anders, wenn die Kinder auch direkt misshandelt werden, sie sind bedingt durch das Alter, Geschlecht, die Zeit, die seit dem Miterleben vergangen ist, das Verhältnis zu den Erwachsenen und auch durch die Art der Interventionsmaßnahmen.
Hinzu kommt, dass eine Reihe von Studien noch einen weiteren Zusammenhang nahe legt: Kinder, die Misshandlungen miterleben, lernen dieses Verhalten und können es übernehmen. Es zeigte sich, dass diese Kinder zumindest eine Akzeptanz für den Gebrauch von Gewalt als Konfliktlösungsmuster entwickeln können und eigene Gewalttätigkeiten damit rechtfertigen.