Körperliche Gewalt

Folgen

Das Erleben von Gewalt hat Auswirkungen auf den Gesundheitszustand von Betroffenen. Die gesundheitlichen Folgeschäden und Belastungen sind besonders hoch, wenn es zu wiederholten oder immer stärkeren Gewaltanwendungen kommt.

Körperliche Gewalt kann erhebliche akute und langfristige gesundheitliche, psychische, psychosomatische und auch psychosoziale Folgen für die Betroffenen haben. Zu den körperlichen Verletzungsfolgen zählen unter anderem:

  • Hämatome
  • Prellungen und Wunden
  • Verstauchungen und Zerrungen
  • Kopfverletzungen und Gehirnerschütterungen

Physische Gewalt kann schwerwiegende und lebensbedrohliche Verletzungen nach sich ziehen und sogar zum verletzungsbedingten Tod, der Tötung, Mord oder auch Selbstmord führen. Die körperlichen Verletzungen können zudem langfristige Beeinträchtigungen und Chronifizierungen zur Folge haben, v.a. dann, wenn eine zeitnahe Behandlung ausbleibt.
Zu den somatischen Folgeproblemen und Schmerzsymptomen körperlicher Gewalt zählen:

  • Herz-Kreislauf-Beschwerden
  • Hauterkrankungen
  • Erkrankungen des Verdauungssystems
  • Kopfschmerzen/Migräne

Neben den körperlichen Folgeerscheinungen sind insbesondere auch die psychischen Folgen gravierend. Gewalterfahrungen können traumatisierend sein und eine posttraumatische Belastungsstörung nach sich ziehen. Zu den psychischen Folgen von körperlicher Gewalt zählen Schlafstörungen, erhöhte Ängste, ein vermindertes Selbstwertgefühl, Niedergeschlagenheit und Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken, Selbstverletzung und Essstörungen. Oft treten tiefgreifende Stress- und Belastungssymptome auf. Manchmal zieht körperliche Gewalt auch schwere psychische Erkrankungen nach sich.

Gewalterfahrungen wirken sich auch negativ auf soziale Strukturen, zwischenmenschliche Beziehungen, individuelle Lebensentwürfe und die sozioökonomische Situation aus. Betroffene Frauen ziehen sich oftmals zurück, brechen Kontakte zu Verwandten oder Freund/innen ab. Aufgrund der großen psychischen Belastung kann es auch zum Verlust des Arbeitsplatzes kommen. Das Erleben körperlicher Gewalt kann eingeschränkte Handlungs- und Abwehrmöglichkeiten der Betroffenen nach sich ziehen.

Je länger die Betroffenen Gewalt erfahren, umso schwerer wird es, sich Hilfe von außen zu holen, und umso schwerer wird auch die Intervention von außen.