Der Bundesverband

Historie

Seit mehr als 20 Jahren aktiv für Frauen

Der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe – Frauen gegen Gewalt e.V. (bff) wurde im September 2004 als Zusammenschluss des Bundesverbandes autonomer Frauennotrufe (BaF e.V.) und des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen (BVF e.V.) gegründet.

Vor dem Aufbau des Bundesverbandes der autonomen Frauennotrufe (BaF e.V.) waren die meisten der etwa 120 Frauennotrufe bereits vor Ort mit anderen Einrichtungen in Gremien und Arbeitskreisen vernetzt. In einigen, aber nicht allen Bundesländern, gab es Landesarbeitsgemeinschaften der Frauennotrufe. Eine bundesweite Koordination und Zusammenarbeit erfolgte seit vielen Jahren über das einmal jährlich stattfindende „Bundesweite Notruftreffen“. Insbesondere die langen Zeiträume zwischen den bundesweiten Treffen, die wechselnde Teilnahme verschiedener Notrufe sowie die fehlende Koordinierung gemeinsamer Arbeit schränkten die Effektivität dieser Treffen hinsichtlich der Zusammenarbeit und das Verfolgen gemeinsamer Ziele jedoch stark ein.

Aus der Notwendigkeit einer verbesserten bundesweiten Zusammenarbeit heraus wurde unter der Trägerschaft des Frauennotrufs Kiel eine Bundesvernetzungsstelle der Notrufe eingerichtet. Von September 1999 bis August 2002 übernahm das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend die Anschubfinanzierung für das Vorhaben.

Der Ende 2002 gegründete Bundesverband (BaF e.V.) wurde für weitere zwei Jahre (bis 31. Oktober 2004) ebenfalls hauptsächlich durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend finanziert. Die Frauennotrufe waren aufgrund der erfolgreichen Arbeit des Verbandes bereit, relativ hohe Mitgliedsbeiträge zu zahlen. Über diese und den Verkauf von Materialien konnte in den beiden Jahren ein Eigenanteil an der Finanzierung geleistet werden.

Zweck des BaF e.V. war es, Frauennotrufe in der Bundesrepublik organisiert zusammenzuschließen und die Koordination und Vernetzung auf Bundes- und EU-Ebene mit anderen Frauenprojekten und Netzwerken im Bereich des Opferschutzes und der Gewaltprävention zu fördern.

Der Bundesverband autonomer Frauennotrufe verfolgte darüber hinaus folgende Ziele:

  • die gesellschaftliche und politische Bewusstseinsbildung zu fördern
  • Öffentlichkeitsarbeit zum Thema (sexualisierte) Gewalt gegen Frauen und Mädchen zu stärken
  • die Arbeit der Frauennotrufe zu qualifizieren und effektiver zu gestalten
  • die Mitgliedsorganisationen beim Aufbau und Erhalt ihrer Beratungsstellen zu unterstützen

Vor Gründung des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen (BVF e.V.) waren die Frauenberatungsstellen hauptsächlich vor Ort mit anderen Einrichtungen vernetzt, Landesarbeitsgemeinschaften bestanden kaum, jährliche Tagungen wie die der Frauennotrufe gab es nicht.

Der Wunsch nach einer bundesweiten Vernetzung der Frauenberatungsstellen wurde im Rahmen der öffentlichen Diskussion zu Gewalt gegen Frauen in Beziehungen immer dringlicher.

Der Dachverband der autonomen Frauenberatungsstellen in NRW ergriff 2001 die Initiative zu recherchieren, welche Frauenberatungsstellen in den einzelnen Bundesländern existieren, nach welchen Konzepten sie arbeiten und inwieweit ein Interesse an einer bundesweiten Vernetzung besteht.

Im November 2001 fand eine bundesweite Tagung mit 21 Delegierten aus 14 Ländern statt, mit dem Ergebnis, den bundesweiten Zusammenschluss der Frauenberatungsstellen weiter voranzutreiben. Nach zwei weiteren Treffen wurde im November 2003 der Bundesverband der Frauenberatungsstellen e.V. gegründet. Zuletzt waren 110 Frauenberatungsstellen aus 14 Bundesländern im BVF vernetzt.

Ziele des Bundesverbandes der Frauenberatungsstellen (BVF e.V.) waren:

  • die Verbesserung der Situation von Frauen in der Gesellschaft und der Abbau von Benachteiligung und Diskriminierung von Frauen
  • die Vernetzung der Frauenberatungsstellen in der Bundesrepublik Deutschland, die schwerpunktmäßig gegen Gewalt in Beziehungen, sexualisierte Gewalt und strukturelle Gewalt arbeiten
  • die Qualitätsentwicklung und –sicherung in der Arbeit der Frauenberatungsstellen
  • Öffentlichkeitsarbeit zum gesellschaftspolitischen Unterschied der Lebensumstände von Frauen und Männern und den daraus resultierenden psychosozialen Themen von Frauen
  • die Förderung der europäischen und internationalen Vernetzung von Frauenberatungsstellen
  • die Interessenvertretung der angeschlossenen Frauenberatungsstellen insbesondere gegenüber dem Bund in wirtschaftlicher und politischer Hinsicht

Im Gegensatz zu dem Bundesverband der Frauennotrufe erhielt der Bundesverband der Frauenberatungsstellen keine laufende finanzielle Förderung. Aufgrund des großen Engagements der Frauen und durch punktuelle finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend war es aber möglich, innerhalb von zwei Jahren den Bundesverband der Frauenberatungsstellen e.V. zu gründen und weiter auszubauen.

Ähnlich wie im Verband der Frauennotrufe wurden Mitarbeiterinnen aus den Ländern in die Verbandsarbeit delegiert, um dort die Interessen der Frauenberatungsstellen in den Ländern einzubringen und den Informationsfluss zwischen Verband und einzelnen Einrichtungen zu gewährleisten.

Seit der Gründung des gemeinsamen Bundesverbandes Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe ruht die Arbeit der Vorgängerverbände.