Häusliche Gewalt

Folgen Häuslicher Gewalt

Häusliche Gewalt hat für die Betroffenen nicht nur körperliche Folgen. Vielmehr wirkt sie sich auf viele Lebensbereiche aus bis hin auf die Arbeit und die sozialen Beziehungen.

Die bundesdeutsche Prävalenzstudie zur Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen stellt heraus: Alle Formen von Gewalt und Belästigung führen in einem sehr hohen Maße zu psychischen Folgebeschwerden (Schlafstörungen, erhöhte Ängste, Niedergeschlagenheit und Depression, Suizidgedanken, Selbstverletzung und Essstörungen, Sucht und Abhängigkeit, Posttraumatische Belastungsstörung usw.).

Darüber hinaus wurde deutlich, dass Gewalt die Lebensbezüge von Frauen verändert: Bei jeder Form von Gewalt, d.h. physischer, psychischer und sexualisierter Gewalt, können langfristig soziale und psychosoziale Folgen für die Frauen auftreten, wie Trennung, Scheidung, Wohnungswechsel, Arbeitsplatzverlust. Gewalt stellt im Leben vieler Frauen einen Schnitt mit alten Beziehungs- und Arbeitsbezügen dar und mündet bei jeder 3. - 7. betroffenen Frau in einer Therapie.

Überdies ist eine deutlich stärkere gesundheitliche Belastung sowie ein höherer Alkohol-, Medikamenten- und Drogenkonsum, vor allem ein sehr viel höherer Tabakkonsum bei den betroffenen Frauen festzustellen.

Bei 64 % der Betroffenen hatten die gewaltsamen Übergriffe durch (Ex-)Partner leichte bis schwere körperliche Verletzungen zur Folge. Opfer körperlicher Gewalt tragen zudem nicht selten körperliche Schäden davon, wie etwa schlecht verwachsene Knochenbrüche, Hirnschädigungen aufgrund von Schlägen auf den Kopf, Schädigung innerer Organe, Narben und Entstellungen im Gesicht, fehlende Zähne, gekrümmte oder fehlende Finger, verminderte Seh- oder Hörfähigkeit.

Darüber hinaus ist der Tod der Frauen nicht selten grausame Folge von Partnergewalt. In einer Studie von Prof. Dagmar Oberlies wurde von 174 wegen Tötungsdelikten verurteilten Männern jedem zweiten die Tötung seiner Ehefrau oder nichtehelichen Partnerin vorgeworfen. Dabei ist die Gefahr einer Tötung am höchsten, wenn die Frau sich von ihrem Partner trennen will oder dies bereits getan hat. Selbst wenn die Justiz bereits eingeschaltet ist, etwa durch eine oder mehrere Strafanzeigen oder Maßnahmen nach dem Gewaltschutzgesetz, kann es zu einer Tötung kommen. Wissenschaftlich untermauerte Gefährdungsanalysen befinden sich in der Entwicklung, werden aber noch nicht flächendeckend angewendet. Nicht selten wird in der justiziellen Praxis die Gefährdung der Frauen unterschätzt.