Gewalt gegen Lesben

Gewalt in Beziehungen

Lesbische Frauen können auch Gewalt in ihren Beziehungen oder durch Ex-Partnerinnen erleben. Dass häusliche Gewalt in lesbischen Beziehungen lange Zeit ein Tabu war und in weiten Teilen immer noch tabuisiert wird, liegt häufig daran, dass Frauen eher als Opfer von (Männer)Gewalt gesehen werden, nicht aber als Täterinnen. Hinzu kommt, dass community-interne Orte wie Partnerschaft oder Wahlfamilie als sichere Orte imaginiert werden, in denen sich von Gewalt, die von außen droht, abgegrenzt werden kann. Untersuchungen vor allem aus dem anglo-amerikanischen Bereich gehen davon aus, dass häusliche Gewalt in lesbischen und schwulen Beziehungen fast ebenso häufig vorkommt wie in heterosexuellen Beziehungen. Auch die Formen der Gewalt unterscheiden sich kaum von denen in heterosexuellen Beziehungen. Gewalt fängt nicht erst bei einem körperlichen Übergriff an, sondern auch Diskriminierungen und psychische Verletzungen sind Gewalt, z.B. geringe Wertschätzung und Beleidigungen, sexualisierte Berührungen, die ohne Zustimmung der Partnerin geschehen. Auch nach einer Trennung immer wieder Kontakt aufzunehmen, bis hin zu Nachstellungen und Verfolgungen (Stalking) ist Gewalt. Eine spezielle Form von Gewalt in homosexuellen Beziehungen ist das Outing oder das Androhen eines Outings bei der Herkunftsfamilie oder am Arbeitsplatz.

Diskriminierungserfahrungen im Alltag und die Tabuisierung von Gewalt in Beziehungen zwischen Frauen können es für die Betroffenen schwierig machen mit dem Erlebten umzugehen oder mit jemandem darüber zu reden. Umso wichtiger ist, dass sich Betroffene Hilfe holen und sich an jemandem wenden, dem oder der sie vertrauen, um mit dem Erlebten nicht alleine zu bleiben.