Gewalt gegen Seniorinnen

Gewalt in der Pflege

Gewalt in der Pflege wird oftmals subtil ausgeübt und nicht als solche wahrgenommen.

Gewaltvolles Handeln in der Pflege hat dabei viele Facetten. Dazu zählen die Verletzung des Schamgefühls der zu pflegenden Person, eine mangelhafte Ernährung, die hygienische Verwahrlosung, Gewaltanwendungen bei der Medikamentengabe oder auch verbale Attacken und körperliche Angriffe. Oft werden in der Öffentlichkeit Fälle bekannt, in denen Pflegebedürftige festgebunden werden. Aber auch weniger „deutliche Formen“ wie verbale Erniedrigungen oder Beleidigungen sind Gewalt.

Gewalt in der häuslichen Pflege

Der Eintritt einer Pflegebedürftigkeit stellt ein kritisches Lebensereignis für die zu pflegende Person, aber auch das soziale Umfeld dar. Oft wird die Pflegeverantwortung von vorwiegend weiblichen Familienangehörigen übernommen. Mit der Inanspruchnahme von Pflege gehen eine erhöhte Abhängigkeit der pflegebedürftigen Person von der pflegenden Person und mehrfache Belastungen einher. Das Risiko Gewalt zu erfahren hängt außerdem von der Qualität der Beziehung zwischen pflegender und pflegebedürftiger Person ab.

Tritt in einer von Gewalt geprägten Partnerschaft oder Familie eine Pflegebedürftigkeit der betroffenen Person ein, kann das zu einer Verstärkung der Gewalt führen. Zu bestehenden finanziellen, emotionalen und sozialen Abhängigkeiten kommen nun auch pflegebedingte Abhängigkeiten dazu, die von der pflegenden Person ausgenutzt werden können.