Gewalt gegen Frauen

Was tun?

Freundinnen_auf_Sofa

Frauen, die Gewalt erlebt haben, sollten eine uneingeschränkte gesellschaftliche Ächtung dieser Gewalt erfahren. Sie sollten sich sicher sein können, Solidarität und Unterstützung zu bekommen, anstatt auf Anschuldigungen oder Vorurteile zu treffen.

Soziales Umfeld sensibilisieren

Wenn gewaltbetroffene Frauen über das Erlebte sprechen, dann zuerst und am häufigsten mit Personen aus ihrem nahen sozialen Umfeld (Freundinnen, Freunde, Familie, Arbeitskolleginnen, etc.). Die repräsentative Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ergab, dass es von großer Bedeutung für die Betroffenen ist, wie diese Personen darauf reagieren. Eine klare Stellungnahme der Angesprochenen im Sinne einer Verurteilung der Gewalt und eine solidarische Haltung sind sehr wichtig dafür, dass die Betroffenen den Schritt unternehmen, sich Unterstützung zu suchen.

Deshalb muss die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema Gewalt gegen Frauen sich künftig noch stärker an Menschen aus dem sozialen Umfeld dieser Frauen richten.

Wichtig ist es, schon frühe Anzeichen und Warnsignale von Gewalt zu erkennen und als solche wahrzunehmen. Außerdem ist es für viele betroffene Frauen bedeutsam mit vertrauten Personen zu sprechen.

Keine Schuldzuweisungen

Manchmal glauben Frauen, die Gewalt erfahren haben, dass sie selbst Schuld sind oder zumindest Mitschuld tragen. Gelegentlich werden sie auch von Außenstehenden beschuldigt. Doch der Täter oder die Täterin trägt die alleinige Verantwortung. Die Betroffene ist nicht schuld!

Sich anvertrauen

Oft tut es gut, sich anderen Menschen anzuvertrauen und über die Erlebnisse zu reden. Dabei ist es wichtig, Vertrauenspersonen auszuwählen und sich zu überlegen, was man erzählen möchte. Es kann auch sehr hilfreich sein, klar zu kommunizieren, was man an Unterstützung braucht und wie andere helfen können. Wenn Gewaltbetroffene über das Erlebte sprechen, dann zuerst und am häufigsten mit Personen aus ihrem nahen Umfeld. Es ist dabei sehr wichtig, wie vertraute Personen reagieren. Eine verständnisvolle und unterstützende Umgebung beeinflusst wesentlich, wie Betroffene mit den Erfahrungen umgehen können.

Angehörige oder Unterstützungspersonen sollten deswegen Möglichkeiten schaffen, um über die Ereignisse zu reden. Zentral ist dabei, die Betroffenen in dem, was sie erzählen, erlebt haben und fühlen, ernst zu nehmen. Zweifel sind fehl am Platz und können zusätzlich belasten. Wichtig ist zudem, die Betroffenen zu bestärken und zu unterstützen, ohne sie zu Handlungen zu drängen, für die sie sich nicht selbst entschieden haben. Interventionen sollten nicht ohne Absprache oder gegen den Willen der Betroffenen vorgenommen werden.

Zusätzlichen Stress vermeiden

Gewalterfahrungen sind eine massive seelische und körperliche Belastung. Entsprechend sollten Betroffene gut auf sich aufpassen, das heißt zusätzlichen Stress vermeiden, angenehme Dinge unternehmen, die von der Belastung ablenken und auf genug Schlaf und Erholung achten.

Jede hat unterschiedliche Bedürfnisse – für die eine kann Sport eine wichtige Unterstützung sein, für die andere Zeit mit nahestehenden Menschen zu verbringen. Ein sorgsamer Umgang mit sich selbst hilft bei der Verarbeitung der Erlebnisse.

Professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen

Viele von Gewalt betroffene Frauen brauchen Unterstützung. Diese bekommen sie bei den Fachberatungsstellen. Niemand muss alleine damit fertig werden. Professionelle Unterstützung kann eine große Hilfe dabei sein, mit den Verletzungen umzugehen. Es ist auch hilfreich, wenn sich Angehörige über solche Angebote informieren und den Betroffenen bei der Suche zur Seite stehen oder um über rechtliche Schritte informiert zu werden.