Mehrfachdiskriminierung

Formen von (Mehrfach)Diskriminierung

Die Europäische Kommission unterscheidet zwischen additiver, verstärkender und intersektioneller Diskriminierung.
(Vgl. www.mehrfachdiskriminierung.ch)

Additive Diskriminierung

Bei additiver Diskriminierung kommen Gründe für Diskriminierung separat zum Tragen. Eine Person wird dabei in einer Situation aus einem Grund, in einer anderen Situation aus einem anderen Grund benachteiligt.

Bsp.:  Eine Frau tritt eine neue Stelle an und erhält aufgrund ihrer Behinderung nicht den vollen Versicherungsschutz. Nach einem halben Jahr stellt sie im Gespräch mit einem männlichen Arbeitskollegen fest, dass sie bei gleicher Qualifikation für die gleiche Tätigkeit einen viel niedrigeren Lohn erhält.

Verstärkende Diskriminierung

Bei verstärkender Diskriminierung erfolgt eine Benachteiligung aufgrund von mindestens zwei Dimensionen gleichzeitig – d.h. in einer bestimmten Situation, in der sich Diskriminierungsgründe potenzieren

Bsp.: Eine Mutter von zwei Kleinkindern wird bei der Wohnungssuche immer wieder abgewiesen. Dass dies damit zusammen hängt, dass die Vermieter_innen Vorurteile gegenüber Alleinerziehenden und gegenüber Menschen mit Migrationshintergrund haben wird in den Absagen nie thematisiert. Die Frau kann entsprechend kein Rechtsmittel einlegen.

Intersektionelle Diskriminierung

Unter intersektioneller Diskriminierung wird ebenfalls eine Benachteiligung  aufgrund mehrerer ineinandergreifender Dimensionen verstanden. Anders als bei der verstärkenden und der additiven Diskriminierung lassen sich hier, durch das Zusammenspiel der verschiedenen Faktoren, die einzelnen Ursachen und Folgen nicht klar zuordnen und voneinander trennen. 

Bsp.: Eine person of color wird von der Polizei ohne konkretes Verdachtsmoment einzig aufgrund seines Geschlechts, seines Alters und seiner Hautfarbe auf Drogenbesitz kontrolliert (racial profiling).