Sexueller Missbrauch

Folgen

Die Dauer des Missbrauchs, das Alter des Kindes und die Art der Gewaltanwendung beeinflussen die Folgen für die Kinder. Wesentlich ist jedoch die individuelle Persönlichkeit des Kindes.

Für viele Kinder sind auch einmalige Missbrauchshandlungen ohne direkten Körperkontakt zum Täter - z.B. das Zeigen eines Pornovideos - mit gravierenden Folgen verbunden. Es gibt jedoch kein Symptom bei dessen Auftreten eindeutig auf einen Missbrauch geschlossen werden kann.

Sehr bedeutend für die Folgen ist auch die Reaktion des sozialen Umfeldes. Ein unterstützendes Umfeld, das dem Kind Glauben schenkt, kann die Folgen abmildern.

Körperliche Verletzungen:

Wunden/ Risse im Genitalbereich und After, Hämatome, Geschlechtskrankheiten, Pilzinfektionen, HIV-Infektionen

Körperliche und psychosomatische Folgen:

Schlafstörungen, Sprachstörungen, Konzentrationsstörungen, Hauterkrankungen, Essstörungen, Ohnmachtsanfälle, Kreislaufschwächen, Bettnässen, Einkoten, Hormonstörungen, Unterleibsbeschwerden, Schwangerschaft, Ausfluss, Menstruationsstörungen


Psychische Folgen:

regressives Verhalten, aggressives Verhalten gegen andere oder sich selbst, überangepasstes Verhalten, für das Alter des Kindes unangemessenes sexualisiertes Verhalten, Rückzug und Isolation, geringes Selbstwertgefühl, Kontakt- und Beziehungsstörungen, Scham- und Schuldgefühle, diffuse Ängste, Angststörungen, Depressionen, Zwangsstörungen, Posttraumatische Belastungsstörung, Ess-Störungen, Dissoziative Störungen, Psychosen, Alkohol- und Drogenmissbrauch und Abhängigkeit.

Diese Beispiele verdeutlichen die Vielfalt möglicher Folgen des sexuellen Missbrauchs. Meist bestehen diese Folgen nicht nur kurzfristig, sondern die Opfer leiden auch mittel- und langfristig darunter.