Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung

Folgen

Bei Frauen mit Behinderung werden die Folgen der Gewalt häufig der Behinderung zugeschrieben. Die eigentliche Ursache wird verkannt.

Auswirkungen von Gewalterfahrungen

Die Auswirkungen sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt sind schwerwiegend, bei behinderten Mädchen und Frauen aber nicht andere oder „besondere“. Besonders ist jedoch, dass die Folgen von Gewalterfahrungen oft der Behinderung zugeschrieben werden: Schwerwiegende Ängste, Phobien oder Traumatisierungen, selbstverletzendes Verhalten, Schmerzen ohne organische Ursachen oder auch psychische Probleme werden mit der Behinderung begründet.

Dies birgt die Gefahr, Gewalt zu verkennen oder zu relativieren. Gewalterfahrungen können sehr verschiedene Auswirkungen und Folgen nach sich ziehen.

Bei sexualisierter Gewalt nennen betroffene Frauen oftmals autoaggressives Verhalten, Ängste, Phobien, Schwindel, Bauch- und Magenschmerzen ohne organische Ursachen, Menstruationsbeschwerden, Schlafstörungen, sexuelle Probleme, Kopfschmerzen, Depressionen und Traurigkeit als Auswirkungen der erfahrenen Gewalt.

Betroffenen Frauen wird seltener geglaubt

Manche Mädchen und Frauen mit Behinderung und v.a. Frauen mit Lernschwierigkeiten (d.h. der Diagnose „geistige Behinderung“) machen häufig die Erfahrung, dass ihnen nicht geglaubt wird.

Zugleich bleiben viele der Übergriffe folgenlos für die Täter/innen. Mädchen und Frauen mit Behinderung gelten oftmals als „wehrlose Opfer“, von denen kein oder wenig Widerstand zu erwarten ist.

Auch das Vorurteil, dass Frauen mit Behinderung nicht von Gewalt betroffen wären, unterstützt Zweifel an der Glaubwürdigkeit von Aussagen. Erschwert wird dies, wenn betroffene Frauen oder Mädchen über eingeschränkte Kommunikationsmöglichkeiten verfügen. Dann ist es oft schwer, erlebte Gewalterfahrungen als solche zu erkennen und zugleich diese zu kommunizieren und davon zu berichten.