Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderung

Fachliteratur

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen mit geistiger Behinderung: Daten und Hintergründe (Monika Becker, 2001)

Das Buch gibt einen detaillierten Überblick über die Thematik der sexualisierten Gewalt gegen Mädchen und speziell gegen Mädchen mit sogenannter geistiger Behinderung. Neben einer Darstellung des Forschungsstandes in Deutschland und im englischsprachigen Raum wird der Zusammenhang zwischen sexuellem Missbrauch und sogenannter geistiger Behinderung dargestellt.

Sexuelle Gewalt gegen behinderte Menschen. In: Behindertenpädagogik. 37 Heft 2. (Werner Brill, 1998)

Der Artikel gibt einen Überblick über existierende (internationale) Untersuchungen zum Thema sexualisierte Gewalt und benennt Risikofaktoren bei Menschen mit Behinderungen sowie Möglichkeiten der Prävention und Intervention. Der Artikel zu sexueller Gewalt gegen behinderte Menschen von Werner Brill ist online verfügbar.

Sexualisierte Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen. Schriftenreihe gegen sexualisierte Gewalt. Band 1. (Bundesarbeitsgemeinschaft Prävention und Prophylaxe e.V./ Angela May/ Norbert Remus, 2004)

Das Buch richtet sich an Personen, die persönlich oder professionell mit Menschen mit Behinderungen in Kontakt stehen. Es behandelt die Thematik der sexualisierten Gewalt an Menschen mit Behinderungen, beispielshaft gegen Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung und Hörbehinderung. Anschließend werden Möglichkeiten der Prävention, Intervention und Therapie aufgezeigt.

Sexuelle Gewalt gegen Menschen mit geistiger Behinderung (Petra Bungart, 2005)

Behinderte Menschen und vor allem Frauen und Mädchen sind in besonderer Weise gefährdet, Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Gleichzeitig werden diese Gewalterlebnisse sehr selten zur Anzeige gebracht, geschweige denn verurteilt. Die Autorin beschreibt im ersten Teil, nach der begrifflichen Klärung von Behinderung, Sexualität und sexueller Übergriffe, Ursachen für den Zusammenhang zwischen Behinderung und der Gefahr Opfer sexualisierter Gewalt zu werden. Im zweiten Teil widmet sie sich dem strafrechtlichen Kontext im StGB.

Gegen jedes Recht. Sexueller Missbrauch und geistige Behinderung (Charlene Y. Senn, 1993)

Dieses Buch war eines der ersten zur Thematik des sexuellen Missbrauchs bei Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung. Die Autorin geht u.a. auf die Erreichbarkeit von helfenden und unterstützenden Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen ein und betont die Notwendigkeit einer spezifischen Beratungs- und Präventionsarbeit. Seitdem hat sich viel getan und es bestehen zahlreiche gute Ansätze und Kooperationen. 

Sexuelle Selbstbestimmung und Sexuelle Gewalt. Ein Modellprojekt in Wohneinrichtungen für junge Menschen mit geistiger Behinderung. (Jörg M. Fegert, /Karin Jeschke/Helgard Thomas/Ulrike Lehmkuhl, 2006)

Das Buch richtet sich an Professionelle und Interessierte, die in Einrichtungen der Behindertenhilfe arbeiten oder in anderen Kontexten mit Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung Kontakt haben. Die Ergebnisse des dreijährigen Modellprojekts sind ausführlich beschrieben, zugleich bietet das Buch aber auch fundierte grundlegende Informationen zu den Themenbereichen Sexualität, sexueller Selbstbestimmung und sexueller Gewalt.

Sexueller Missbrauch durch Professionelle in Institutionen. Prävention und Intervention – ein Werkbuch. (Jörg. M. Fegert/ Mechthild Wolff, 2002)

Sexueller Missbrauch findet oft in Institutionen statt. Zugleich werden Taten vielmals verschwiegen oder nicht aufgedeckt. Das Buch thematisiert die Aspekte der Täter-Opfer-Dynamik, rechtliche Rahmenbedingungen und Reaktionsweisen, sozialpädagogische Handlungsformen zur Aufdeckung und Vermeidung von Fehlverhalten sowie Ressourcen und Widerstände bei der Umsetzung von Weiterbildungsmöglichkeiten.

Making the links. Disabled women and domestic violence. Final report von Womens Aid England (Gill Hague/ Ravi Thiara/ Pauline Magowan/ Audrey Mullender, 2008)

Eine Studie zur häuslichen Gewalt bei Frauen mit Behinderungen und eine Bestandsaufnahme des vorhandenen Unterstützungssystems und dessen Inanspruchnahme durch gewaltbetroffene Frauen mit Behinderungen. Außerdem werden „good practice“-Beispiele vorgestellt und Anforderungen an eine Verbesserung der Hilfe und Unterstützung von Frauen mit Behinderungen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind formuliert. Der Bericht Making the links ist online verfügbar.

Skandal und Alltag. Sexueller Mißbrauch und Gegenstrategien. (Gitti Hentschel (Hrsg.), 1996)

Das Buch enthält Beiträge aus Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit, Rechtssprechung, Pädagogik, Medizin und Psychologie. Die Autor/innen informieren darüber, was in diesen Bereichen geschieht und sich verändert. Das Buch benennt außerdem Ansätze zum Umgang und Bewältigung von sexuellem Missbrauch. Das Buch enthält einen Artikel von Aiha Zemp zur sexuellen Gewalt gegen Frauen und Mädchen mit Behinderungen.

Sexuelle Gewalt gegen Menschen mit geistiger Behinderung. Eine verleugnete Realität. Ergebnisse und Fakten einer bundesweiten Befragung. (Cornelia Noack/ Hanna J. Schmid, 1996)

Im Buch werden die Ergebnisse einer bundesweiten Befragung zur sexuellen Gewalt gegen Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung vorgestellt. Diese bestätigen die große Betroffenheit und hohe Vulnerabilität von Menschen und vor allem von Frauen und Mädchen mit Behinderungen, in diesem Fall mit sogenannter geistiger Behinderung.

Sexuelle Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderung. Bestehende Hilfsmöglichkeiten und bedarfsorientierte Versorgungsplanung. Drucksache 15/899. Kiel. (Schleswig-Holsteinischer Landtag 2001)

In diesem Bericht der Landesregierung wird nach der Klärung von Begrifflichkeiten (Behinderung, sexuelle Gewalt, sexueller Missbrauch) anhand verschiedener Studien die Lebenssituation von Mädchen und Frauen mit Behinderungen beschrieben. Der Bericht zur sexueller Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderung ist online verfügbar.

Scheinbar nirgendwo und doch überall. Sexuelle Gewalt an Mädchen und Frauen mit Behinderungen. Dokumentation der Fachtagung vom 25. November anlässlich des Internationalen Tages zur Beendigung jeder Form von Gewalt gegen Frauen. (Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, 2006)

Diese Tagungsdokumentation greift das Thema der sexuellen Gewalt auf und stellt u.a. Ergebnisse einer Befragung von LeiterInnen von Einrichtungen der Behindertenhilfe zum Ausmaß und zu Risikofaktoren sexualisierter Gewalt dar. Außerdem wird auf die rechtliche Situation und die polizeiliche Praxis eingegangen sowie Präventions- und Interventionsangebote von freien Trägern vorgestellt. Die Dokumentation zu sexueller Gewalt an Mädchen und Frauen mit Behinderung steht als Downlaod zur Verfügung.

Sexuelle Gewalt und Behinderung. (Eva-Maria Weinheim-Krause, 1994)

Dieses Buch stellt die Veröffentlichung zur Tagung „Sexuelle Gewalt und Behinderung“ dar und fasst deren Ergebnisse zusammen. Nach einer thematischen Einführung zu Sexualität, sexueller Gewalt und Behinderung werden die rechtliche Situation und die Gerichtspraxis im Umgang mit gewaltbetroffenen Frauen mit Behinderungen beschrieben, wo sich inzwischen auch Veränderungen ergeben haben. Das Konzept des „Peer Support“ als Beratung und Unterstützung von behinderten Frauen für behinderte Frauen und weitere konkrete Ansätze der Unterstützung, wie z.B. Gruppenangebote oder Kooperationen, sind als Möglichkeiten der Intervention dargelegt.

Hörschädigung und sexuelle Gewalt. (Wildwasser Berlin/ Annika von Walter, (Hrsg.) 2001)

Dieses Buch informiert zur Thematik der sexuellen Gewalt gegen Frauen mit Hörbehinderungen, eine oftmals wenig beachtete Gruppe von Betroffenen. Grundlage ist eine Untersuchung der Autorin. In  weiteren Beiträgen des Buches werden die Lebens- und Familiensituation, die Bedingungen der Psychotherapie mit gehörlosen Menschen und auch Folgen von Gewalterfahrungen thematisiert.

Sexualisierte Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen in Institutionen. In: Praxis Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 51. S. 610-625. (Aiha Zemp, 2002)

In diesem Artikel legt Aiha Zemp die Ergebnisse der Untersuchungen in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe in Österreich dar. Im Rahmen derer wurden Frauen und Männer mit Behinderungen befragt, Frauen nach sexualisierten Gewalterfahrungen, Männern unterteilt nach sexualisierten Gewalterfahrungen und eigenen Übergriffen und Gewaltanwendungen. Die Ergebnisse verdeutlichen einerseits, dass Menschen und v.a. Frauen mit Behinderungen viel häufiger Opfer sexualisierter Gewalt werden und diese Gewalt zugleich in direktem Zusammenhang mit der strukturellen Gewalt und Bedingungen in stationären Wohneinrichtungen steht.

Sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen mit Behinderung. In: Sexueller Missbrauch. Überblick zu Forschung, Beratung und Therapie. (Aiha Zemp/Erika Pircher/ Elfriede Neubauer, 1997)

Dieses Handbuch stellt den Stand von Forschung und Praxis im Bereich sexueller Missbrauch durch  Befunde und Erkenntnisse fundiert dar. In 48 Artikeln geben die internationalen Autorinnen einen Überblick über Verbreitung und Entstehung von sexuellem Missbrauch, über dessen Folgen, seine Diagnostik, Behand­lung und Bewältigung sowie Präventionsmöglichkeiten. Darüber hinaus werden auch juristische und weitere damit zusammenhän­gende Aspekte behandelt. Ein Artikel ist der von Aiha Zemp, der sich der betroffenen Gruppe der Mädchen und Frauen mit Behinderungen zuwendet.

Wie das alles weh tut mit Gewalt. Sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen mit Behinderung (Aiha Zemp/ Erika Pircher, 1996)

Grundlage des Buches ist eine Befragung von 130 Frauen mit Behinderungen, die in stationären Wohneinrichtungen in Österreich leben. Sie wurden zu ihren Erfahrungen mit sexualisierter Gewalt interviewt. Die Studie war weltweit eine der ersten zum Thema und belegt das hohe Risiko von Frauen und Mädchen mit Behinderungen Opfer sexueller Gewalt zu werden. So gaben 64% der befragten Frauen und Mädchen an, ein- oder mehrmals sexuelle Gewalt erlebt zu haben. Die Ergebnisse zeigen, dass Frauen und Mädchen mit Behinderungen viel häufiger von sexueller Gewalt betroffen sind. Im Buch werden außerdem Ursachen und Risikofaktoren erläutert.

Gewaltschutz in sozialen Einrichtungen für Frauen mit Behinderungen. In: Streit 2010, S. 159-268. (Julia Zinsmeister, 2010)

Dieser Artikel beschreibt die Schwierigkeiten der Anwendungen des Gewaltschutzgesetzes in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe. Diese Einrichtungen befinden sich in einem Graubereich, da das Gewaltschutzgesetz dort nur eingeschränkt greift. Die Autorin zeigt dennoch Möglichkeiten und Handlungsnotwendigkeiten für den Schutz von Frauen mit Behinderungen gegen (sexualisierte) Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe auf.

Die Situation verletzter Zeuginnen und Zeugen mit Behinderung. In: Opferschutz im Strafverfahren. (Julia Zinsmeister, 2008)

In diesem Artikel wird die Situation von Zeug/innen mit Behinderungen in Strafverfahren aufgegriffen. Die Autorin beschreibt zunächst die Änderungen des StGB (§174 StGB und § 179 StGB) und deren Auswirkungen auf Menschen mit Behinderungen. Sie geht zudem auf behinderungsspezifische Probleme und Schwierigkeiten in Prozessen ein, wie bspw. Kommunikationsbarrieren aufgrund einer Sprach- oder Hörbehinderung. Auch die schnelle Vorverurteilung von Menschen mit sogenannter geistiger Behinderung wird dargestellt. Diese Personengruppe wird oft zu schnell als widerstandsunfähig und nicht glaubwürdig beurteilt, was deren Stellung als Zeug/innen in Prozessen beeinflusst und Auswirkungen auf das eventuelle Strafmaß hat.

Rechtliche Handlungsmöglichkeiten und –pflichten der Einrichtungsleitungen bei Verdacht auf sexualisierte Gewalt in Institutionen. In: IzKK-Nachrichten 1/2007 (Julia Zinsmeister, 2007)

Dieser Artikel thematisiert rechtliche Möglichkeiten und Pflichten von Einrichtungen der Behindertenhilfe im Umgang mit sexualisierter Gewalt und Verdachtsmomenten. Thema der Gesamtausgabe der Zeitschrift ist sexualisierte Gewalt durch Professionelle in Institutionen. Der Artikel zu rechtlichen Handlungsmöglichkeiten und –pflichten bei sexualisierter Gewalt in Institutionen ist online verfügbar.

Sexuelle Gewalt gegen behinderte Menschen und das Recht: Gewaltprävention und Opferschutz zwischen Behindertenhilfe und Strafjustiz. (Julia Zinsmeister, 2003)

Das Buch dokumentiert die Ergebnisse des bundesweiten Symposiums zum Thema „Rechtsfragen der Prävention und Intervention bei sexualisierter Gewalt gegen Mädchen und Frauen mit Behinderungen“, welches im Jahr 2001 stattfand. Es behandelt die rechtlichen Möglichkeiten der Bekämpfung sexueller Gewalt gegen Menschen mit Behinderungen. Dabei wird besonders auf den Schutz Betroffener durch das Sexualstrafrecht und ihre Stellung in Strafverfahren eingegangen. Zugleich werden die Notwendigkeit und Verantwortung von Einrichtungen der Behindertenhilfe sowie Maßnahmen der Gewaltprävention zu ergreifen (z.B. durch Qualitätssicherung), diskutiert.