Trauma

Fachliteratur

Sexualisierte Kriegsgewalt und ihre Folgen. Handbuch zur Unterstützung traumatisierter Frauen in verschiedenen Arbeitsfelder (medica mondiale, Karin Griese (Hrsg.) 2004)

Mit diesem Handbuch präsentiert medica mondiale erstmalig übergreifenden Überblick zum Thema „sexualisierte Kriegsgewalt und Trauma“.
Das Buch bietet Informationen über Hintergründe und kulturspezifische Folgen von sexualisierter Gewalt in Kriegs- und Krisengebieten und geht ausführlich auf die problematische Situation der Betroffenen als Asylbewerberinnen oder Zeuginnen in Strafgerichtsprozessen ein. Der für die zweite Auflage komplett überarbeitete Rechtsteil berücksichtigt das neu eingeführte Zuwanderungsgesetz.
Der umfangreiche praxisorientierte Teil des Handbuchs enthält Empfehlungen zum Umgang mit den Folgen von sexualisierter Gewalt und Trauma für Fachkräfte in den Gesundheitsberufen, in Rechtsberatung und Gerichtspraxis sowie in der Entwicklungszusammenarbeit. Die zweite Auflage des Buchs diskutiert auch die Retraumatisierung älterer Frauen in Pflegesituationen.
www.medicamondiale.org


Traumatisierung durch sexualisierte Gewalt. Die Arbeit der Frauennotrufe im Kontext von Traumaforschung und gesellschaftlichen Mythen zu Vergewaltigung (Landesarbeitsgemeinschaft der autonomen Notrufe in Rheinland-Pfalz)

Die Frauennotrufe sind seit über 30 Jahren Fachstellen zum Thema Sexualisierte Gewalt. Die Arbeit zu diesem Themenkomplex richtet sich zum einen an die (Fach-)Öffentlichkeit und zum anderen an betroffene Frauen und Mädchen, denen unterschiedliche Formen von Unterstützung angeboten werden.
Seit einigen Jahren beschäftigen sich die Frauennotrufe mit der neueren Traumaforschung. Dieser Text soll einen Beitrag zu den politischen Aspekten in diesem Themenbereich leisten.
Mehr Informationen zur Landesarbeitsgemeinschaft der Notrufe in Rheinland Pfalz: www.frauennotruf-mainz.de

Trauma und die Folgen - Trauma und Traumabehandlung Teil 1 (Michaela Huber, 2006)

Etwa ein Drittel aller Menschen gerät irgendwann im Leben in ein Trauma: Eine Situation, in der man sich vom Tode bedroht fühlt, nicht davor fliehen und nicht dagegen ankämpfen kann, etwas erleben zu müssen, das "einfach zuviel" ist. Was machen unser Gehirn und unsere Seele in einer solchen Situation? Einfach gesagt: Sie gehen in einen kurzfristigen Schockzustand (Freeze genannt) und splittern das Unerträgliche des Geschehens und der dadurch ausgelösten inneren Reaktionen auf - dies nennt man Dissoziation. Was das ist, wie sich das anfühlt und welche Auswirkungen es hat, beschreibt Michaela Huber in ihrem neuen Buch, das für Betroffene ebenso als Lektüre geeignet ist wie für Fachleute. Glücklicherweise schaffen viele Menschen es anschließend, das Geschehen gut zu verarbeiten. Doch etwa 20 bis 30 Prozent der traumatisierten Menschen behalten Langzeitfolgen zurück: Ihr Körper reagiert immer wie im akuten Schock; Alpträume und Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Schreckhaftigkeit, Rückzugstendenzen und Beziehungsprobleme können die Folge sein. Schwerpunkt des Buches sind die Folgen von Langzeittraumatisierungen, die in der Kindheit begonnen haben und meist körperliche, emotionale und sexuelle Gewalt umfassen. Sie können komplexe Folgen haben: Schwierigkeiten im Umgang mit den eigenen Gefühlen und Impulsen, Unsicherheit bezüglich der eigenen Identität oder sogar Identitätsspaltungen, und Persönlichkeitsstörungen. Auch die Folgen organisierter Ausbeutung - Stichwort: rituelle Gewalt - von Kindern für deren seelische Entwicklung werden ausführlich dargestellt. Ergänzt wird der Band durch die Vorstellung bewährter Diagnose-Instrumente und umfangreiche Hinweise auf die internationale Fachliteratur zum Thema. Ein ausführlicheres Bild von diesem Buch können sich die Leser durch die Leseproben auf der Verlags-Website machen.
 

Innere Kinder, Täter, Helfer & Co - Ego-State-Therapie des traumatisierten (Jochen Peichl, 2010)

Wer oder was ist das »Ich«? Diese Frage beschäftigt nicht nur Philosophen, sondern auch die Seelenärzte und Psychotherapeuten seit Sigmund Freud. Eine therapeutisch fruchtbare Antwort haben die amerikanischen Psychologen Helen und John Watkins gefunden: Das »Ich« ist keine Einheit, es besteht vielmehr aus Teilen. Komplex traumatisierte Patienten machen diese Erfahrung des geteilten Selbst in radikaler Weise. Ihr Ich zerfällt häufig geradezu in die unterschiedlichsten Teilpersönlichkeiten. Täterintrojekte stehen neben dem verletzten kleinen Kind, Helferpersönlichkeiten koexistieren mit Opferanteilen. Der Autor zeigt an konkreten Beispielen aus der psychotherapeutischen Praxis, wie mit den unterschiedlichen Anteilen traumatisierter Patienten gearbeitet werden kann. Am Ende einer gelungenen Behandlung wird ein besser integriertes und damit gestärktes Selbst stehen, das schlimme Erfahrungen aus der Vergangenheit lebensgeschichtlich einordnen kann. Ein innovativer und anwendungsbezogener Ansatz, der die klinische Traumatherapie bereichern wird.
 

Handbuch Trauma und Dissoziation - Interdisziplinäre Kooperation für komplex traumatisierte Menschen (Claudia Fliß, Claudia Dustri Igney, 2008)

Das Handbuch zu Trauma und Dissoziation beinhaltet einen interdisziplinären Beitrag zu Komplextraumatisierungen und geht von einer breiten Basis von Ursachen, Traumafolgen und Unterstützungsmöglichkeiten aus. Die Beiträge sind von PraktikerInnen geschrieben und als Material für die Praxis gedacht. Das Zusammenwirken vieler Bereiche im Leben der Opfer erfordert eine interdisziplinäre Zusammenarbeit aller Professionen, die mit ihnen befasst sind, ob zu deren Unterstützung oder zur Strafverfolgung der Täter. Diese Zusammenarbeit muss immer wieder angeregt und weiter entwickelt werden. Dazu soll dieses Buch anregen.
 

Handbuch der Hypnotherapie bei posttraumatischen und dissoziativen Störungen (Maggie Phillips, 2007)

Die Erfahrung von Gewalt hinterlässt bei den Opfern oft tiefe seelische Spuren. Patienten mit posttraumatischen oder dissoziativen Störungen, z. B. als Folge von Missbrauch, stellen an die behandelnden Therapeuten höchste Ansprüche. Als hocheffektive Behandlungsmethode wird Hypnose zwar immer wieder genannt, bislang waren Psychologen und Mediziner aber überwiegend auf englischsprachige Literatur angewiesen. Mit diesem Buch liegt nun erstmals ein Standardwerk zur hypnotherapeutischen Traumabehandlung in deutscher Sprache vor. Die Autorinnen beschreiben anhand anschaulicher Patientenbeispiele ein konsequent ausgearbeitetes Therapiemodell. Der Fokus liegt auf der Behandlung multipler Persönlichkeiten mit Hilfe der Ego-State Therapy. Besonders wertvoll sind die Hinweise der Autorinnen, wie sich eine Retraumatisierung der Patienten vermeiden lässt. Das unerlässliche Handbuch für die Behandlung von Traumapatienten!
 

Das verfolgte Selbst - Strukturelle Dissoziation und die Behandlung chronischer Traumatisierung (Onno van der Hart u.A., 2008)

„Onno van der Hart, Ellert Nijenhuis und Kathy Steele haben einen bahnbrechenden Beitrag zur Erforschung von Traumata geleistet, und ihnen ist mit ihrem Buch auf Anhieb ein Klassiker zum Thema Dissoziation und dissoziative Störungen gelungen. Dieses äußerst konstruktive, sehr klar und gut lesbar geschriebene Buch regt zum Nachdenken an, vereinigt es doch Pierre Janets Beobachtungen und Ideen mit modernen Theorien des Traumas und der Dissoziation und mit den neuesten Erkenntnissen der Neurowissenschaft. Es geht darum, das von den Autoren entwickelte Paradigma der strukturellen Dissoziation zu erläutern und zu erforschen. Außerdem werden Van der Harts außerordentliche Bemühungen dokumentiert, die Konzepte Janets auf die zeitgenössische Behandlung von Traumata und Dissoziation anzuwenden, was für sich genommen schon eine bedeutende Leistung ist.“ – Richard P. Kluft „Seit hundert Jahre beschreiben wir sie, doch was Dissoziation über unseren Geist sagt und wie wir sie behandeln können, das beginnen wir überhaupt erst langsam zu verstehen. Dieses Buch ist eine brillante und gut verständliche Darstellung des wichtigsten Konzepts der zeitgenössischen Psychiatrie und Psychotherapie.”