Sexueller Missbrauch

Erleben der Kinder

Im Verlauf eines fortgesetzten Missbrauchs geraten die Kinder zunehmend in verwirrende, beängstigende und häufig auch gegensätzliche Gefühle.

Vielfältige Ängste bestimmen ihren Alltag, wie die Angst vor Wiederholung der Übergriffe, die Angst vor körperlichen Schmerzen, die Angst vor Entdeckung und davor, dass die Drohungen des Täters wahr werden. Mit den Ängsten sind Gefühle von Ohnmacht, Hilflosigkeit und Ausweglosigkeit verbunden.

Missbrauchte Kinder erfahren, dass ihr Körper für die Befriedigung anderer benutzt wird. Ihre persönlichen Grenzen, ihre Bedürfnisse und Willensäußerungen werden immer wieder übergangen. Es resultieren Gefühle von Demütigung und Erniedrigung.

Fortgesetzter sexueller Missbrauch ist meist verbunden mit Verwirrung und Zweifeln an der eigenen Wahrnehmung. Ein vertrauter und oftmals auch geliebter Mensch fügt dem Kind den Missbrauch zu und versucht dabei gezielt, die Gefühle des Kindes zu leugnen, z.B. in dem er sagt: „Das macht dir doch Spaß“.

Durch das Redeverbot geraten die Kinder in Isolation und können ihre Wahrnehmung nicht durch den Austausch mit anderen Personen überprüfen. Schuld- und Schamgefühle verhindern dies zusätzlich.