Stalking

Was tun?

 

Es gibt keine allgemein gültige oder richtige Vorgehensweise. Jeder Fall von Stalking ist einzigartig und muss genau betrachtet werden. Dennoch gibt es einige Ratschläge, die für die Opfer hilfreich sein können.

Zunächst sollte dem Stalker unmittelbar und unmissverständlich verdeutlicht werden, dass ein Kontakt nicht gewünscht ist und der/die Täter_in dies unterlassen soll.

Sie sollten versuchen nicht weiter auf die Belästigungen oder Bedrohungen zu reagieren und eine direkte Kontaktaufnahme zu vermeiden. Bei Cyberstalking ist es oft schwer das einzuhalten, da es unterschiedliche Medien und Lebensbereiche betreffen kann.

Das Aufsuchen einer Beratungsstelle (Frauennotruf oder Frauenberatungsstelle) kann entlastend sein. Dort werden Betroffene unterstützt, über mögliche Maßnahmen informiert und es können weitergehende Hilfen wie z.B. eine Rechtsanwältin vermittelt werden.

Es ist sinnvoll, mit Freund_innen, Verwandten, Nachbarn usw. über die Situation zu sprechen. Das unterstützt nicht nur, sondern kann verhindern, dass der Täter von ihnen auf Nachfrage Informationen über das Opfer erhält. Öffentlichkeit kann schützen.

Wichtig ist die Beweissicherung: alle Briefe, E-Mails, SMS, Chat-Nachrichten, Texte auf dem Anrufbeantworter usw. sollten aufbewahrt werden. Betroffene sollten ein Stalking-Tagebuch anlegen, in dem Ort, Datum, Uhrzeit, die Stalking-Handlung notiert werden, sodass der Stalking-Verlauf rekonstruiert werden kann, was bei möglichen rechtlichen Schritten sehr hilfreich sein kann. Auch Screenshots von Nachrichten auf dem Handy oder PC können hilfreich sein.

Es ist immer gut, für die Stalking-Taten Augen- und Ohrenzeug_innen zu suchen. Sinnvoll ist es, eine Anwältin oder einen Anwalt aufzusuchen und ggf. eine einstweilige Verfügung beim Amtsgericht zu beantragen oder eine Strafanzeige bei der Polizei zu erstatten. Eine Fangschaltung oder geheime Telefonnummer (bei der Telefongesellschaft zu beantragen) kann vor telefonischer Belästigung schützen.