K.O.-Tropfen

Merkmale und Tatsachen

K.O.-Tropfen sind Substanzen, die Personen nach der Einnahme betäuben, wehrlos machen und Erinnerungsstörungen bewirken.

Täter mischen K.O.-Tropfen gezielt in Getränke von jungen Frauen,  um sie danach zu vergewaltigen, etwa in Feiersituationen, aber auch im privaten Umfeld.

Oft fehlen den Betroffenen danach die Erinnerungen an die Geschehnisse oder sie erkennen nicht, dass ihnen K.O.-Tropfen eingeflößt wurden. Die Dunkelziffer der Anzahl der Betroffenen ist sehr hoch.

Als sogenannte K.O.-Tropfen werden verschiedene Substanzen eingesetzt.

Dazu zählen z.B. (rezeptpflichtige) Psychopharmaka, Narkotika oder Gamma-Hydroxibuttersäure (GHB, auch liquid Ecstasy genannt). Sie haben eine beruhigende, schlafanstoßende und muskelentspannende Wirkung mit nachfolgenden Erinnerungsstörungen für die Zeit ab der Einnahme.

Die Wirkung von K.O.-Tropfen setzt kurz nach der Einnahme ein und dauert je nach Substanz und Dosis meist einige Stunden an. Die Substanz GHB wird von Tätern verwendet, weil sie unbemerkt in Getränke gemischt werden kann. In Verbindung mit Alkohol und anderen Betäubungsmitteln kann GHB lebensgefährliche Folgen haben.

Nicht immer liegt der Verdacht auf die Verabreichung von K.O.-Tropfen sofort nahe. Oft scheint es betroffenen Frauen und Mädchen sowie Personen in ihrer Umgebung so, als wären sie alkoholisiert oder stünden unter Drogeneinfluss. Es gibt aber bestimmte Anzeichen, die auf K.O.-Tropfen hindeuten.

So setzt bei ihrer Einnahme in der Regel ein schlagartiger Erinnerungsverlust ein, dem häufig Schwindelgefühle, Schweißausbrüche oder ein benebeltes Gefühl vorangehen. Nachdem die Betroffenen wieder zu sich kommen, können sie unter starker Übelkeit, Erbrechen, Panik- und Angstanfällen leiden. Manche Betroffene erleben noch tagelang Konzentrationsstörungen und ihr Erinnerungsvermögen setzt immer wieder aus. Sie bezweifeln stark ihre eigenen Gefühle. Wenn nicht sicher davon ausgegangen werden kann, dass ein Black-Out durch Alkoholkonsum hervorgerufen wurde, sollten K.O-Tropfen in Betracht gezogen werden.

Die fehlenden Erinnerungen sind ein großes Problem, wenn Frauen und Mädchen unter der Wirkung von K.O.-Tropfen vergewaltigt oder sexuell missbraucht wurden.

Sie wachen an Orten auf, die sie nicht kennen oder wissen nicht, wie sie dorthin gelangt sind und was in den letzten Stunden vorgefallen ist. Jedoch können sie – wie auch Betroffene von anderen Formen sexualisierter Gewalt – posttraumatische Symptome entwickeln, auch wenn sie keine Erinnerung an das Geschehen haben. Aufgrund der mangelnden oder nur teilweisen Erinnerung an den Vorfall können sie die Beschwerden allerdings nicht zuordnen. Dies stellt eine zusätzliche Belastung dar.

Die erlebte Gewalt kann für die Betroffenen, aber auch für ihr soziales Umfeld, auch viele weitere, unter Umständen gravierende Folgen haben.