bff veröffentlicht Webseite zu digitaler Gewalt

Informationen und Hilfe für Betroffene auf www.aktiv-gegen-digitale-gewalt.de

Seit 2017 gibt es im bff: Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe das Projekt „Aktiv gegen digitale Gewalt“. Fast ein Viertel aller Frauen hat online bereits Gewalt erlebt [1]. Die Erfahrungen von Fachberatungsstellen zeigen, dass digitale Medien Einfluss auf Partnerschaftsgewalt haben und ebenso Mittel sexualisierter Gewalt sein können.  Ab sofort finden Betroffene und Unterstützer*innen auf www.aktiv-gegen-digitale-gewalt.de Informationen zu unterschiedlichen Gewaltformen, Techniksicherheit und rechtlichen Handlungsmöglichkeiten.

„Mit der neue Seite stehen nun erstmals im deutschsprachigen Raum gebündelte Informationen über Gewaltformen wie Cyberstalking, Überwachung durch Spionage-Apps, bildbasierte sexualisierte Gewalt und Hatespeech zur Verfügung“ erklärt Projektmitarbeiterin Silvia Zenzen.

Betroffene erfahren, wie sie auf digitale Gewalt reagieren können und welche rechtlichen Schritte möglich sind, aber z.B. auch, wie sie ein Stalking-Tagebuch anlegen, ihre Privatsphäre auf dem Smartphone schützen oder Beweise richtig sichern und dokumentieren können. Immer mit der grundlegenden Botschaft: Niemand muss damit allein bleiben! Es gibt Möglichkeiten und Strategien sich zu wehren.

„Digitale Medien und das Internet nach Gewalterfahrungen nicht mehr zu nutzen, ist kein angemessener Ratschlag“ sagt Anna Hartmann vom Projekt „Aktiv gegen digitale Gewalt“. „Viel wichtiger ist es, über Risiken und Sicherheit im Netz genau Bescheid zu wissen und  sich technisches Wissen zur Selbstverteidigung aneignen zu können.“

Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe beraten gewaltbetroffene Frauen und Mädchen sowie deren Unterstützer*innen mit jahrzehntelanger Erfahrung. Sie stehen ihnen auch bei digitaler Gewalt zur Seite.

Nutzer*innen der neuen Webseite können in einer Datenbank nach entsprechenden Fachberatungsstellen in der Nähe suchen.

 

V.i.S.d.P. Anna Hartmann


[1] Ergebnis einer Ipsos-Mori Umfrage, die Amnesty International 2017 veröffentlicht hat. Mehr Informationen: hier.