Häusliche Gewalt

Weitere Informationen

Studien zum Thema Gewalt in Partnerschaften:

PKS (Polizeiliche Kriminalstatistik)

Sonderauswertung Gewalt in Partnerschaften

Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS), herausgegeben vom Bundeskriminalamt (BKA) erscheint jährlich als Zusammenstellung aller der Polizei bekannt gewordenen strafrechtlichen Sachverhalte. Die PKS dient der Beschreibung und Analyse von Kriminalitätslagen.

Die Statistiken der PKS bilden demnach nicht die tatsächlichen Häufigkeiten der Delikte ab, sondern das polizeiliches Hellfeld, also polizeilich bekannte Delinkte.

Die PKS wurde in den letzten Jahren modifiziert, sodass die Erfassung der „Opfer-Tatverdächtigen-Beziehung“ seit 2011 auch Beziehungsarten und den räumlich-sozialen Kontext umfasst.

In der PKS 2015 wurden bezogen auf Partnerschaftsgewalt folgende Straftatengruppen ausgewertet:

  • Mord und Totschlag
  • Gefährliche Körperverletzung
  • Schwere Körperverletzung
  • Körperverletzung mit Todesfolge
  • Vorsätzliche einfache Körperverletzung
  • Vergewaltigung, sexuelle Nötigung
  • Bedrohung
  • Stalking

Zudem wurden Daten zu Tatverdächtigen, jedoch nicht zu den Opfern, bei Straftaten nach § 4 Gewaltschutzgesetz erhoben. Partnerschaften werden im PKS-Katalog unterschieden in

  • Ehepartner
  • eingetragene Lebenspartnerschaft
  • Partner nichtehelicher Lebensgemeinschaften
  • ehemalige Partnerschaften

Zentrale Ergebnisse der PKS aus dem Jahr 2015 zu Gewalt in Partnerschaften können hier nachgelesen werden:

Die Auswertung der PKS für das Jahr 2016 ist hier zu finden:

https://www.bka.de

 

Forschung SNaP - Special Needs ans Protection Orders

Das EU-Projekt SNaP (Special Needs and Protection Orders) hat Schutzlücken für besonders schutz- und unterstützungsbedürftige gewaltbetroffene Frauen in den Blick genommen. Beteiligte europäische Länder waren neben Deutschland Österreich, Polen, Portugal und Irland.

In den Partnerländern wurden die nationalen Schutzmaßnahmen bei häuslicher Gewalt (= Gewalt in Partnerschaften= auf ihre Eignung und Effektivität für verschiedene Gruppen von Opfern mit besonderen Bedarfen untersucht. SNaP fokussierte daher auf Länderebene auf folgende Fragestellungen:

  • Welche Opfergruppen können über ihre „besonderen Bedarfe“ identifiziert werden?
  • Stehen ihnen die vorhandenen gesetzlichen Schutzregelungen in vollem Umfang zur Verfügung oder bestehen Limitierungen?
  • Welche alternativen oder ergänzenden Schutzmaßnahmen kommen zur Anwendung?
  • Worin bestehen Hindernisse für einen optimalen Opferschutz?
  • Welche Verbesserungsmöglichkeiten zu bestehenden Gewaltschutzmaßnahmen gibt es?

Dafür wurden zunächst in allen Ländern die gesetzlichen Regelungen und Daten zu Gewalt in Partnerschaften erhoben.

Außerdem wurden die gesetzlichen Regelungen zum Schutz vor Gewalt im Nahumfeld erhoben sowie Interviews mit Expert_innen von Polizei, Justiz und NGOs geführt. Außerdem wurden in jedem Land mindestens 50 Akten von Fällen von häuslicher Gewalt analysiert hinsichtlich folgender Aspekte: 

  • soziodemografische Daten, Lebensgeschichte
  • Hilfsgesuche
  • Welche Unterstützung haben die Betroffenen erhalten?
  • Welche Haltung nahmen sie gegenüber der Strafverfolgung ein?

SNaP wurde gefördert durch die Europäische Kommission im Rahmen des Daphne III Programms und vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

Die Projektergebnisse für Deutschland können hier nachgelesen werden: