Häusliche Gewalt

Folgen

Häusliche Gewalt kann für betroffene Frauen, aber auch für ihre Kinder, gravierende Folgen haben.

Die psychischen Folgen können schwerwiegend sein, so dass eigene Handlungs- und Abwehrmöglichkeiten eingeschränkt werden. Je länger die Misshandlungen andauern, umso schwerer wird es, sich Hilfe von außen zu holen und umso schwerer wird auch die Intervention von außen.

Zu den sozialen Folgen von häuslicher Gewalt zählen insbesondere Trennung, Scheidung, Wohnungswechsel und Arbeitsplatzverlust. Gewalt stellt im Leben vieler Frauen einen Schnitt mit alten Beziehungs- und Arbeitsbezügen dar und mündet bei jeder dritten bis siebten betroffenen Frau in einer Therapie.

Überdies sind bei betroffenen Frauen häufig eine deutlich stärkere gesundheitliche Belastung sowie ein höherer Alkohol-, Medikamenten- und Drogenkonsum und ein sehr viel höherer Tabakkonsum festzustellen.

Eine repräsentative Studie belegt das hohe Ausmaß körperlicher Verletzungen durch häusliche Gewalt.

Betroffene körperlicher Gewalt tragen dabei nicht selten dauerhafte körperliche Schäden davon, wie etwa schlecht verwachsene Knochenbrüche, Hirnschädigungen aufgrund von Schlägen auf den Kopf, Schädigung innerer Organe, Narben und Entstellungen im Gesicht, fehlende Zähne, gekrümmte oder fehlende Finger, verminderte Seh- oder Hörfähigkeit.

Jedes Jahr sterben Frauen an den Folgen von Partnergewalt. Im Jahr 2018 wurden 122 Frauen von ihrem (Ex)Partner getötet.

Dabei ist die Gefahr einer Tötung am höchsten, wenn die Frau sich von ihrem Partner trennen will oder dies bereits getan hat. Selbst wenn die Justiz bereits eingeschaltet ist, kann es zu einer Tötung kommen. Wissenschaftlich untermauerte Gefährdungsanalysenbelegen das hohe Risiko während oder nach einer Trennung. Nicht selten wird in der Praxis der Justiz unterschätzt, wie gefährdet die betroffenen Frauen sind.