Gewalt gegen Frauen

Folgen

Gewalt zu erleiden kann für die Betroffenen, aber auch für ihr soziales Umfeld, massive Folgen haben. Für die Gesellschaft sind die Folgekosten von Gewalt enorm.

Gesundheitliche Folgen

Gewalt kann unterschiedlichste Auswirkungen auf die körperliche und seelische Gesundheit haben. Dazu zählen körperliche Verletzungen, Schmerzen und Beschwerden (z.B. Migräne oder Magendarmbeschwerden), psychische Beschwerden (z.B. Depressionen oder Selbstmordgedanken), Einschränkungen der reproduktiven Gesundheit (z.B. Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt) und negative Auswirkungen auf das Gesundheitsverhalten (z.B. der Konsum von Alkohol, Drogen, Psychopharmaka oder Beruhigungsmitteln). Die Weltgesundheitsorganisation WHO bezeichnet Gewalt gegen Frauen als eines der größten Gesundheitsrisiken von Frauen weltweit.

Deshalb ist es wichtig, dass Professionelle im Gesundheitssystem Gewalt erkennen und sensibel für Anzeichen sind.

Weitere Informationen zur medizinischen Intervention gegen Gewalt gegen Frauen:

Sozioökonomische Folgen

Menschen, die Gewalt erlebt haben, sind oft auch von vielfältigen sozio-ökonomischen Folgen betroffen. Gewalt hat häufig Folgen für familiäre und soziale Beziehungen (z.B. Einsamkeit, Bruch mit der Familie oder Angst vor intimen Beziehungen). Sie wirkt sich auf Lebensentwürfe und die Arbeitsplatzsituation der Betroffenen aus (z.B. durch Kündigung oder Probleme am Arbeitsplatz). Häufig führt sie auch zu Armut bzw. einem erhöhten Armutsrisiko und zu Wohnungsverlust oder Wohnungslosigkeit.

Mitbetroffene Kinder und generationenübergreifende Folgen

Gewalt gegen Frauen betrifft immer auch ihre Kinder. Dazu müssen die Kinder nicht einmal während der Gewalttat anwesend sein oder diese indirekt mitbekommen. Kinder, deren Mütter Gewalt erlebt haben, sollten eigenständige Unterstützung erhalten.

Wenn Kinder häusliche Gewalt miterleben, tragen sie nicht selten schwere Beeinträchtigungen davon, auch dann, wenn sie selbst nicht direkt von der Gewalt betroffen sind.

Auch Kinder von Frauen, die Gewalt durch fremde Täter erleben, müssen Folgen der Gewalt tragen, etwa dadurch, dass die Mutter psychische Probleme wie Ängste oder Depressionen bekommt, in eine Klinik muss oder in eine andere Stadt umzieht.

Das Erleben von Gewalt gegen die Mutter beeinflusst das Bild von den Eltern sowie die Beziehung zu ihnen. Die Kinder fühlen sich zum Beispiel angesichts der Gewalt des Vaters und der Ohnmacht der Mutter hilflos und ausgeliefert. Oftmals fühlen sie sich auch verantwortlich für das, was passiert, oder fühlen an dem, was geschehen ist, eine Mitschuld. Sie wollen die Mutter oder ihre jüngeren Geschwister schützen, haben aber Angst, einzugreifen. Oder sie versuchen sich einzumischen und werden dann selbst misshandelt.

Menschen, die als Kind Gewalt erlebt haben, unterliegen zudem einem erhöhten Risiko, im Erwachsenenleben erneut Gewalt zu erfahren oder selbst Gewalt auszuüben.

Gesellschaftliche Kosten

Der Schmerz und das Leid der Betroffenen lassen sich nicht in Geldbeträgen ausdrücken. Aber Gewalt verursacht gesellschaftliche Kosten, zum Beispiel, indem in Folge von Gewalt Leistungen im Gesundheitssystem (etwa die Behandlung von Verletzungen, Medikamente, Kuren, Therapien) und andere Unterstützungsleistungen für Betroffene notwendig werden. Sie entstehen auch  durch Einsätze von Polizei und Justiz, durch Arbeitslosigkeit oder Krankheitsausfälle am Arbeitsplatz u.a.

Deshalb ist es sehr wichtig, in Gewaltprävention zu investieren, Gewalt früh zu erkennen und den Betroffenen gute Unterstützung zuteilwerden zu lassen.