Streitsache Sexualdelikte: Recht und Gerechtigkeit klaffen weit auseinander!

Das Thema Vergewaltigung wird momentan viel diskutiert. Der Grund ist die Veröffentlichung des Buches von Jörg Kachelmann. Eine solch große Aufmerksamkeit für das Thema ist ungewöhnlich. Die Regel ist vielmehr, dass betroffene Frauen die Tat nicht zur Anzeige bringen. Der Normalfall ist auch, dass das Verbrechen Vergewaltigung nicht geahndet wird.

Eine repräsentative Studie zeigt: Jede siebte Frau erlebt einmal in ihrem Leben eine Vergewaltigung oder schwere Form sexueller Nötigung. Allerdings verbleibt davon der allergrößte Teil im Dunkelfeld: Nur 5% der Betroffenen zeigen die Tat an.

Außerdem enden nur ca. 13% der angezeigten Vergewaltigungen mit einer Verurteilung.

Dieses Missverhältnis ist ein Skandal für unser Rechtssystem. Dass sich daran etwas ändern muss, liegt auf der Hand.

Information und Unterstützung finden betroffene Frauen und Mädchen zum Beispiel in den Fachberatungsstellen des bff. Diese bieten bereits seit vielen Jahren neben Information und Unterstützung der Frau in der Beratungsstelle auch psychosoziale Prozessbegleitung an. Hierbei begleitet und unterstützt eine Fachfrau die betroffene Frau im Verfahren und beantwortet Fragen. Problematisch ist, dass diese Form der Begleitung noch in zu vielen Fällen aufgrund fehlender Finanzmittel nicht leistbar ist.

Auf der Website des bff befindet sich eine Datenbank mit Fachberatungsstellen in ganz Deutschland.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier:

Website der Kampagne 'Ich hab nicht angezeigt.'

Recht und Gerechtigkeit aus Opfersicht – Sammlung von Einstellungsbescheiden bei Sexualstrafverfahren