Neue Stiftung zur Entschädigung von Menschen, die Gewalt in Einrichtungen der Behindertenhilfe und Psychiatrie erfahren haben

Bund, Länder und Kirchen haben sich gestern auf einen Vorschlag zur Gründung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe“ geeinigt. Mit Hilfe dieser Stiftung sollen Menschen mit Behinderungen entschädigt werden, die als Kinder und Jugendliche zwischen 1949 und 1975 (Bundesrepublik Deutschland) beziehungsweise 1949 und 1990 (DDR) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe, sowie stationären psychiatrischen Einrichtungen Missbrauch und/oder Misshandlungen erfahren haben. Ab 2016 sollen sie die Entschädigungszahlungen erhalten können. Nähere Informationen und Hintergründe hierzu können auf dem online Nachrichtenportal kobinet oder in der Pressemitteilung der CDU/CSU Fraktion eingesehen werden.

Verena Bentele, die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, begrüßt diese neuen Entwicklungen. Ihr zufolge fand die Diskussion um den Vorschlag gemeinsam mit betroffenen Menschen statt. Es soll ein System der Anerkennung und Hilfe geschaffen werden. Gleichzeitig wird eine wissenschaftliche Aufarbeitung der Thematik angestrebt, um diese mehr in den öffentlichen Fokus zu rücken.

Die Gründung der Stiftung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Der bff schließt sich der Äußerung von Frau Bentele an: "Nun ist es entscheidend, dass schnell eine Lösung für die Finanzierung gefunden wird. Bund, Länder und Kirchen müssen sich dringend einigen." Es müssen zeitnah weitere Schritte folgen, bei denen die Form der Entschädigung, sowie die Vorgehensweise konkretisiert und umgesetzt werden.