Missbrauchsbeauftragter der Bundesregierung im Amt bestätigt

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig, ist heute vom Kabinett im Amt bestätigt worden. Rörig hatte im Dezember 2011 zunächst die Nachfolge der ersten Missbrauchsbeauftragten, Dr. Christine Bergmann, angetreten. Die neue Amtszeit beginnt am 1. April 2014 und ist auf fünf Jahren angelegt.

In der offiziellen Pressemitteilung heißt es:

„Johannes-Wilhelm Rörig: ‚Die Weichen für eine dauerhafte Verankerung des Themas in Politik und Gesellschaft sind nun gestellt. Missbrauch ist kein Nischenthema mehr, es wird in seiner Dimension mehr und mehr wahrgenommen. Die Weiterführung der Stelle auf fünf Jahre ist ein ermutigendes politisches Signal an Betroffene und an alle, die sich seit vielen Jahren in diesem Themenfeld engagieren. Jetzt muss noch konsequenter gegen sexuelle Gewalt an Kindern vorgegangen werden. Das braucht Ausdauer und Tempo zugleich sowie das Engagement aller politischen und gesellschaftlichen Kräfte.‘

Rörig betonte, er werde nahtlos an sein bisheriges Engagement anknüpfen. Der Schutz der Mädchen und Jungen vor Missbrauch müsse weiter vorangetrieben und mehr in die Sicherung und den Ausbau von Hilfen und Beratung für Betroffene investiert werden. Entsprechend der Festlegungen im Koalitionsvertrag wird Rörig eine kontinuierliche Beteiligung von Betroffenen durch einen so genannten ‚Betroffenenrat‘ noch in diesem Jahr auf den Weg bringen. Auch eine unabhängige Aufarbeitung von Missbrauch in Deutschland soll auf der Bundesebene sichergestellt werden.

Rörig bedauerte, dass noch keine Einigung mit der Bundesregierung und der sie tragenden Mehrheit im Deutschen Bundestag erzielt werden konnte, das Amt des Missbrauchsbeauftragten, die Betroffenenbeteiligung und eine unabhängige Kommission zur Aufarbeitung auch gesetzlich zu verankern. Dieses Ziel solle aber dringend weiter im Blick behalten und vom Gesetzgeber geprüft werden. Mit der zeitlichen Ausdehnung des Amtes auf fünf Jahre sei nun aber erstmals auch perspektivisch ein starkes Fundament geschaffen worden, um in den kommenden Jahren die weitere Ächtung des sexuellen Kindesmissbrauchs und eine zunehmende Bewusstseinsschärfung in der Gesellschaft herbeizuführen.“

Wir wünschen dem Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauch für seine Amtszeit alles Gute und verfolgen gespannt die Fortschritte seiner Arbeit.