„10 Jahre Gewaltschutzgesetz – Bestandsaufnahme zum veränderten gesellschaftlichen Umgang mit häuslicher Gewalt“: Dieses Thema lockte am 26. April 2012 mehr als 180 Teilnehmerinnen aus Fachberatungsstellen, Justiz und Wissenschaft nach Bochum, um dort über die Entwicklungen seit Inkrafttreten des Gewaltschutzgesetzes vor 10 Jahren zu diskutieren. Dr. Birgit Schweikert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) zeichnete anschaulich den Weg des Gewaltschutzgesetzes bis zu seiner Verabschiedung im Jahre 2002 nach und hob dessen politische Bedeutung hervor. Die Rechtsanwältin Christina Clemm veranschaulichte mit vielen Beispielen aus der juristischen Praxis, an welchen Stellen die Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes noch verbessert werden muss und Katrin Hille vom Frauennotruf Göttingen beleuchtete die besonderen Anforderungen in der Beratungsarbeit bei häuslicher Gewalt.
Bei der anschließenden Podiumsdiskussionen debattierten Expertinnen aus verschiedenen Bereichen wie es um das Gewaltschutzgesetz im Jahre 2012 bestellt ist, bevor abschließend der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Täterarbeit häusliche Gewalt (BAG TähG), Kay Wegner, das Konzept der Täterarbeit vorstellte und Maria Rösslhumer von WAVE (Women against violence Europe) über die ökonomische Situation von gewaltbetroffenen Frauen informierte.
Den Teilnehmer/innen bot sich neben hochkarätigen Vorträgen auch die Möglichkeit zum fachlichen Austausch mit Kolleginnen und Expert/innen aus anderen Tätigkeitsfeldern.
Der Kongress in Bochum hat gezeigt, dass mit dem Gewaltschutzgesetz wichtige Weichen gestellt wurden, um das Recht auf ein gewaltfreies Leben durchzusetzen. Ebenso wurde jedoch deutlich, dass es bei der Umsetzung des Gewaltschutzgesetzes immer noch Lücken und Handlungsbedarf gibt.
Der bff arbeitet derzeit an einer ausführlichen Kongressdokumentation. Die Kurzfassung der internen Studie, die der bff im Vorfeld des Kongresses bei seinen Mitgliedseinrichtungen erhoben hat, liegt bereits jetzt vor und kann heruntergeladen werden.

Das Programm des Kongresses können Sie sich hier noch einmal anschauen.