Gewalt in Teenagerbeziehungen - Fachhochschule Fulda veröffentlicht Studie

Die Fachhochschule Fulda hat heute erste Ergebnisse einer Studie zu Gewalt in Teenagerbeziehungen veröffentlicht, die zu dem Ergebnis kommt, dass 65% der Schülerinnen und 60% der Schüler in ihren Beziehungen mindestens einmal eine Form von grenzüberschreitendem Verhalten oder Gewalt erlitten haben. Die Studie, die an staatlichen allgemeinbildenden Schulen und Berufsschulen in Hessen durchgeführt wurde, kommt auch zu dem Ergebnis, dass Mädchen und Jungen sehr unterschiedlich mit der erlebten Gewalt umgehen und die negativen Folgen auf das Wohlbefinden bei Mädchen deutlich höher sind als bei Jungen. Ein weiteres Ergebnis der Studie sagt aus, dass Jungen seltener mit anderen über das Erlebte sprechen als Mädchen. In den allermeisten Fällen wurde sich Freundinnen oder Freunden anvertraut (92% bei Mädchen und 73% bei Jungen).

„Will man die weitere Chronifizierung von Gewalt verhindern, müssen Jugendliche lernen, wie man bei Dates oder in Beziehungen respektvoll miteinander umgeht.“ fasst die Projektleitung Prof. Dr. Beate Blättner die Schlussfolgerungen aus der Studie TeDaVi zusammen. „Es gibt international gut evaluierte Programme und gute Beispiele aus Deutschland, die aber verstetigt und bundesweit etabliert werden müssten. Die Maßnahmen sollten Jugendliche spätestens im Alter von etwa 14 Jahren erreichen, denn überwiegend wurden solche Erfahrungen erstmals in der 8. oder 9. Klasse gemacht. Peers könnten zentrale Multiplikatorinnen und Multiplikatoren werden.“

Eine Zusammenfassung mit den wichtigsten Zahlen der Studie kann hier heruntergeladen werden: