Bundesgesundheitsminister Gröhe gegen rezeptfreie "Pille danach"

Am 13. Februar befasst sich der Bundestag mit der rezeptfreien Abgabe der „Pille danach“. In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ hatte Bundesgesundheitsminister Gröhe sich gegen die Rezeptfreiheit und für eine Verschreibungspflicht ausgesprochen. Damit stellt er sich gegen die Empfehlungen des Sachverständigenausschusses für Verschreibungspflicht, der die Aufhebung der Rezeptpflicht empfiehlt. Die derzeitige Expert/innennempfehlung sieht vor, dass die Apothekenpflicht weiter bestehen bleibt. Auch ohne Verschreibungspflicht durch Ärztinnen und Ärzte würde eine notwendige Beratung somit gewährleistet.

Dies sieht Bundesgesundheitsminister Gröhe anders und beruft sich auf die Frauengesundheit und will „das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung und die Frauengesundheit bestmöglich zusammenzubringen", so der Minister in „Die Welt“.

Der bff hat bereits im vergangenen Jahr im Rahmen einer Anhörung im Gesundheitsausschuss des Bundestages eine Stellungnahme zur rezeptfreien Abgabe der „Pille danach“ abgegeben und betont, dass die "Pille danach" „ein wichtiger Baustein innerhalb der medizinischen Versorgung von Frauen und Mädchen nach einer Vergewaltigung“ ist und hält die rezeptfreie Vergabe der „Pille danach“ auf LNG-Basis für sinnvoll. In fast ganz Europa und Ländern wie den USA und der Türkei ist „die Pille danach" rezeptfrei erhältlich.

Inzwischen wurde eine Online-Petition auf change.org gestartet, auf der man für eine rezeptfreie Vergabe der „Pille danach“ in Apotheken unterschreiben kann.