Beitrag von ARD-Kontraste: "Nein sagen" reicht nicht - Vergewaltigungsopfer fordern neues Strafrecht

Am 05.06.2014 strahlte die ARD einen Beitrag aus, der sich mit den Schutzlücken im Sexualstrafrecht bei Vergewaltigung und der notwendigen Reformierung des sogenannten “Vergewaltigungsparagrafen“, § 177 StGB, beschäftigt. Im Ankündigungstext des Magazins „Kontraste“ heißt es hierzu: „Wann wurde eine Frau vergewaltigt? Nur weil sie "Nein" sagt oder der Mann ihr die Kleider vom Leib reißt, gilt sie nach deutschem Strafrecht noch lange nicht als Opfer einer Vergewaltigung. Absurd, aber das Gesetz verlangt körperliche Gewalt und Gegenwehr. Angst zählt nicht - bis heute. Jetzt fordern Experten eine Reform des Vergewaltigungsparagraphen im Strafrecht.“

Lisa Winkelmeier-Becker, rechtspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag, verlangt, das anstehende Gesetzgebungsverfahren dazu zu nutzen, Regelungslücken im Paragrafen 177 zu schließen. Im Beitrag sagt sie: "Es kann nicht sein, dass bei einem Fall, in dem klar ist, dass das Verhalten des Täters dem Willen des Opfers widerspricht, der Täter ohne Strafe ausgeht und dem Opfer auch noch der Vorwurf gemacht wird, es hätte sich anders verhalten sollen."

Auch Katja Grieger vom bff und Christina Clemm (Rechtsanwältin) wurden hierzu interviewt. Der bff tritt dafür ein, dass die Rechtslage von Betroffenen sexualisierter Gewalt verbessert wird und fordert eine Reformierung des § 177 StGB.

Der Beitrag kann hier in der Mediathek der ARD jederzeit abgerufen werden.