Aufarbeitungskommission für Kindesmissbrauch in Familien und Institutionen berufen

Der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs hat eine Aufarbeitungskommission berufen, die die Aufgabe hat, die Dimensionen des Kindesmissbrauchs sowohl in Institutionen als auch in Familien aufzudecken. Der Unabhängige Beauftragte, Johannes Wilhelm Rörig, verspricht sich von der Kommission, dass „wir die Systematik hinter diesen abscheulichen Verbrechen erkennen und mehr über die Täter, Verharmloser und freiwilligen und unfreiwilligen Unterstützer erfahren.“ Die Kommission „soll verborgene Wahrheiten ans Licht bringen, Missbrauchsopfern Genugtuung geben und erlittenes Unrecht anerkennen,“ sagt Johannes Wilhelm Rörig in einer Stellungnahme.

Zu den Aufgaben der neu berufenen Kommission gehört es, Kindesmissbrauch in Institutionen und familiärem Kontext in der Bundesrepublik und in der DDR zu untersuchen und Strukturen aufzudecken, die Missbrauch in der Vergangenheit ermöglicht und Aufarbeitung verhindert hat. Darüber hinaus soll ein Forschungsbedarf bestimmt werden und Eckpunkte für eine gelingende Aufarbeitung entwickelt werden. Zu den ganz konkreten Aufgaben der Kommission wird es auch gehören Zeitzeugengespräche, öffentliche Hearings und Fachveranstaltungen durchzuführen, schriftliche Berichte von Betroffenen auszuwerten sowie Archivrecherche und Dokumentenanalyse zu betreiben.

International ist die Aufarbeitungskommission die erste Kommission, die gleichzeitig institutionellen und familiären Missbrauch in den Blick nimmt. Im Mai 2016 wird die Kommission ihr Arbeitsprogramm für die nächsten drei Jahre vorstellen.