Das haben wir im Projekt vor

• Informationen und Unterstützung bei digitaler Gewalt

Es fehlt an Wissen über digitale Angriffsformen sowie über Schutz- und Handlungsmöglichkeiten. Wir wollen eine Online-Plattform erstellen, auf der in verständlicher Form alle wichtigen Informationen einsehbar sind und Unterstützungsmöglichkeiten aufgezeigt und verlinkt werden.

• Vernetzung stärken / Öffentlichkeit informieren

Erfahrungsaustausch und Vernetzung sind wichtig, um digitaler Gewalt etwas entgegensetzen zu können und Betroffene adäquat zu unterstützen. Wir begleiten das Projekt durch kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit. Wir positionieren uns gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, gegen Gewalt im Netz, gegen die Fortsetzung von Gewaltverhältnissen durch digitale Medien.

Wir stellen Fachkräften Wissen und Informationen zum Thema zur Verfügung, um in allen Bereichen eine Sensibilisierung zu digitaler Gewalt voranzubringen.

• Aktiv werden und vernetzen gegen geschlechtsspezifische Gewalt im öffentlichen digitalen Raum

Menschen, die im Netz gegen Gewalt an Frauen und LGBTIQ aktiv sind oder einfach nur als Frauen* sichtbar sind, sind immer häufiger Angriffen und Belästigung ausgesetzt. Es wird bereits viel über Bedrohungen, Diffamierungen usw. im öffentlichen digitalen Raum diskutiert. Einzelpersonen oder Organisationen beschäftigen sich zunehmend mit dem Thema. Der bff will sich mit Expert_innen und Aktivist_innen austauschen und das vorhandene Wissen denjenigen zur Verfügung stellen, die sich bislang ungeschützt im digitalen Raum bewegen.  Gleichzeitig wollen wir uns daran beteiligen einen gesellschaftlichen Diskurs über Gewalt im Netz in Gang zu bringen. Das Wissen zum Umgang mit geschlechtsspezifischer Gewalt aus dem spezialisierten Unterstützungssystem soll dazu genutzt werden, eine breite (Netz)Öffentlichkeit für die geschlechtsspezifische Dimension von digitalen Angriffen zu sensibilisieren.

• Qualifizierung des Unterstützungssystems

Für unterschiedliche Angriffsformen digitaler Gewalt bedarf es unterschiedlicher Konzepte zur konkreten  Unterstützung. Frauen, die bspw. durch ihren (Ex)Partner digitale Gewalt erfahren, finden bereits häufig den Weg in die Fachberatungsstellen und erhalten dort adäquate psychosoziale Unterstützung. Der Beratungsbedarf liegt aber häufig auch in technischen oder rechtlichen Fragen: "Was kann ich gegen die Veröffentlichung diffamierender Bilder tun?"; "Kann ich Strafanzeige erstatten?"; "Wie kann ich unerwünschte Nachrichten blocken?" oder "Wie sichere ich meine digitalen Geräte zuverlässig?"

Wir wollen im engen Austausch mit Mitarbeiterinnen von Fachberatungsstellen Fortbildungseinheiten konzipieren und umsetzen. Die Expertise und Erfahrung, die Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in der Beratung und Präventionsarbeit zu digitaler Gewalt erworben haben, wollen wir bündeln und in die Qualifizierung des Unterstützungssystems einbringen. Fachberatungsstellen und anderen Einrichtungen des Unterstützungssystems sollen auf die Bedürfnisse von Betroffenen eingehen, den technischen Entwicklungen entsprechend reagieren und über rechtliche Interventionsmöglichkeiten informieren können.

• Rechtssicherheit stärken

Rechtliche Schritte gegen digitale Gewalt zu unternehmen, gestaltet sich momentan schwierig. Im Bereich der Strafverfolgung kämpfen Betroffene und deren Rechtsbeistände mit unklaren oder nicht vorhandenen Zuständigkeiten und mangelndem technischen Wissen auf Seiten der Polizei.

Die Rechtsdurchsetzung für Betroffene soll gestärkt werden und auch die Rechtssicherheit im Umgang mit digitaler Gewalt für relevante Fachkräfte muss verbessert werden. Hierzu sollen im Laufe des Projektes  Fachrunden mit relevanten Expert_innen (Anwält_innen, Medienrechtler_innen, Vetreter_innen von Polizei und Justiz, Berater_innen)  durchgeführt werden.

Die Rechtslage und Probleme bei der Rechtsdurchsetzung sollen als Ergebnis der Fachrunden besser beschreibbar gemacht werden. In ihrer Zusammenfassung sollen sie die Grundlage für eine rechtliche Expertise bilden.