Sexuelle Belästigung im Alltag

Sexuelle Belästigung im Anzeigenmarkt

Eine Wohnungs- oder Jobsuche findet häufig über Anzeigen statt. Auch wenn diese seriös wirken, kann es vorkommen, dass Männer auf diese Weise Situationen herstellen, um sexualisierte Gewalt auszuüben. Es ist sinnvoll, dass Frauen zu ihrem eigenen Schutz vorsichtig sind.

Eigene Anzeigen sollten nur unter Chiffre aufgegeben werden. Bei Terminabsprachen – etwa zur Wohnungsbesichtigung – sollte möglichst eine weitere Person mit anwesend sein. Zumindest sollte aber bei einer Person des Vertrauens die Adresse hinterlassen werden, zu der die Frau/das Mädchen geht und ggf. eine Uhrzeit vereinbart werden, wann sie sich wieder zurückmeldet.

Kontaktanzeigen sind ein viel genutzter Weg, um Menschen und mögliche Partner/ Partnerinnen kennenzulernen. Egal ob übers Internet oder über Kleinanzeigen in der örtlichen Zeitung – hinter den Inserierenden muss nicht ihre wahre Identität stehen. Das erste/die ersten persönlichen Treffen sollten niemals in Privaträumen stattfinden. Öffentliche Räume wie Restaurants, Cafés usw. sind geeignet. Eine Person des Vertrauens sollte wissen, wo dieses Treffen stattfindet und wann sich die Frau/das Mädchen wieder meldet.

Online-Dating

Für viele ist es mittlerweile nichts besonderes mehr online auf Partner/innensuche zu gehen. Es gibt unzählige Kontaktplattformen für diesen Zweck und auch Internetseiten, welche nicht explizit für die Partner/innensuche konzipiert sind, werden genutzt um (Blind-) Dates zu vereinbaren. Studien zeigen, dass sich heutzutage jedes dritte Paar über das Internet findet.

Aber der anonyme digitale Raum birgt Gefahren und kann gerade beim ersten Treffen in der realen Welt auch Grundlage für gewalttätige Übergriffe und sexualisierte Gewalt gegen Frauen sein. Identitäten sind im Internet leicht zu fälschen und viele Täter rechnen damit, dass sie sich das Vertrauen von Frauen über Mail-Kontakt und Ähnliches erschleichen können. Immer wieder gibt es Fälle in denen Täter die Situation eines Blind-Dates ausnutzen und es zu Gewalttaten bis hin zu Vergewaltigungen kommt.

Deswegen ist es ratsam für ein sicheres Treffen mit Online-Bekanntschaften einige Sachen zu beachten:

  • Die ersten Treffen immer an einem öffentlichen Ort stattfinden lassen. Nicht mit in die Wohnung gehen und die Verabredung auch nicht in die eigene Wohnung einladen.
  • Einer Kontaktperson Bescheid sagen wann und wo das Date stattfindet sowie Kontaktadressen hinterlegen. Eventuell sogar eine feste Zeit ausmachen, zu der mit der Kontaktperson telefoniert wird.
  • Sobald man sich unsicher und/oder unwohl fühlt, das Date abbrechen.
  • Für eine sichere An- und Abreise sorgen. Dazu gehört auch, einen Treffpunkt festzulegen, den man jederzeit selbstständig erreichen kann, d.h. nicht im Auto der Bekanntschaft mitfahren bzw. sich nicht abholen oder nach Hause bringen lassen.