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Bei Gewalt in Paarbeziehungen oder im engen sozialen Nahraum handelt es sich häufig um einen Komplex körperlicher, sexualisierter und psychischer Gewalt. Neben z.B. Schlägen, Tritten, Verbrennungen, Verätzungen werden Betroffene häuslicher Gewalt nicht selten zu sexuellen Handlungen gezwungen, genötigt und vergewaltigt. Die psychische Gewalt ist vielfältig und wird von vielen Opfern als gravierend erlebt wie Beschimpfungen, Demütigungen, soziale Isolation, Verbot zu arbeiten, auszugehen oder die eigene Meinung zu äußern.
In der bundesdeutschen Prävalenzstudie (Schröttle/Müller, siehe unten) gaben 31% der von häuslicher Gewalt betroffenen Frauen an, bisher nur eine Gewaltsituation durch ihren Partner erlebt zu haben, 36% nannten 2-10 Situationen, 33% erlebten mehr als 10 bis zu 40 Situationen. Bei 64% der Betroffenen hatten die gewaltsamen Übergriffe durch (Ex-) Partner leichte bis schwere körperliche Verletzungen zur Folge.
9% gaben an, dass sich die körperlichen Übergriffe ausschließlich auf erzwungene sexuelle Handlungen bezogen, bei 70% ausschließlich auf körperliche Auseinandersetzung und bei 20% sowohl auf sexualisierte wie auf körperliche Übergriffe.
Dieselbe Studie zeigte, dass Gewalt gegen Frauen im überwiegenden Anteil im häuslichen Bereich verübt wird. Beziehungspartner waren mit großem Abstand die am häufigsten genannte Tätergruppe bei physischer und sexualisierter Gewalt. Die Schwere der Gewalt war durchgängig höher, wenn es sich um sexualisierte oder körperliche Gewalt durch den Beziehungspartner anstatt durch einen anderen Täter handelte. Jeweils die Hälfte der Frauen, die seit ihrem 16. Lebensjahr körperliche oder sexualisierte Gewalt erlebt haben, haben diese durch den (Ex-) Partner erlebt.
Literaturtipp:
Schröttle, Monika & Müller, Ursula: Lebenssituation, Sicherheit und Gesundheit von Frauen in Deutschland, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Hrsg.), 2004. Kurzfassung unter folgendem Link als PDF: www.bv-bff.de
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Dokument: 48 | 2009-08-06 14:02:08 |
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